Civey … kann Daten und Krisenkommunikation

„Es ist die größte Gefahr, aus Angst heraus zu agieren.“ Das klingt wie die goldene Regel der Krisenkommunikation von Janina Mütze (Civey). Mehrfache  Anrufe eines Wettbewerbers bei den eigenen Kunden, Diskreditierung über einen anonymen Twitter-Account, einen Wikipedia-Eintrag und eine Beschwerde beim Presserat können ein neugegründetes Unternehmen ganz schön unter Druck setzen. Insbesondere in dem halben Jahr, dass der Presserat für seine Entscheidung benötigt. Umso besser, wenn der Presserat am Ende des Verfahrens keine Rüge ausspricht. Dann wird das betroffene Unternehmen bei seinen Kunden durch die Krise sogar gestärkt. Das hat Steffen Braun (Civey) sehr gut auf den Punkt gebracht. „An euch muss ja wirklich was dran sein, wenn die euch so angehen.“

Und warum der Streit?

Civey erhebt seine Daten online und nutzt dafür überwiegend die Websites von Medienpartnern. Darum der Vorwurf, diese Art der Datenerhebung sei nicht repräsentativ, weil es sich nicht um Zufallsstichproben handelt. Dabei nutzt Civey geeignete Methoden, um auch ohne Zufallsstichproben, repräsentative Daten liefern zu können. Civey hat 1,5 Millionen Nutzer in Deutschland. Eine Million davon nehmen monatlich an einer Civey-Umfrage teil. Darum gelingt es in kurzer Zeit, mit 5.000 Umfrageteilnehmern eine breite Datenbasis zu erhalten.

Über Repräsentativität (Validität ist der bessere Begriff) lässt sich trefflich streiten. In Deutschland gibt es drei Meinungsforschungsverbände. Alle drei haben eine eigene Definition für Repräsentativität. Die Auseinandersetzung um Civey führt im besten Fall zu einer besseren Methodik in der Meinungsforschung. Das Zufallsstichproben auf Grundlage von Anrufen bei Festnetztelefonnutzern nicht mehr zeitgemäß sind, dürfte auf der Hand liegen.

Matthias Bannas

Besuch bei dem Berliner Meinungsforschungs-Startup Civey / organisiert von Paul Wolter

Veranstalter: Landesgruppe Berlin / Brandenburg im Bundesverband deutscher Pressesprecher e.V.

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