Corporate Influencer – können Verbände und Parteien auch

Corporate Influencer sind seit einigen Jahren fester Bestandteil der Unternehmenskommunikation. Verbände haben das Thema bereits verstanden. Besonders gut macht das der Jagdverband. Die Parteien haben – siehe Rezo – Nachholbedarf.

Eigene Influencer aufbauen – nur wie?

Viele Unternehmen haben das Thema begriffen. Sie haben eine Social-Media-Strategie. Sie zeigen ihren Mitarbeitern, was sie in sozialen Netzwerken können, dürfen und was sie nicht dürfen. Ihre Mitarbeiter sind als Insider bei Xing präsent. Sie nutzen Angebote und Tools von LinkedIn, die es Mitarbeitern erleichtern, geeignete Inhalte zu finden, zu bearbeiten und zu posten. Lösungen, die für Unternehmen super sind, passen für Verbände und Parteien nicht so gut. Ihre Hauptzielgruppen sind oft auf anderen Kanälen unterwegs. Für YouTube oder Instagram braucht es andere Strategien. Die wichtigste Zielgruppe ist erst einmal die eigene Mitgliedschaft. Um diese zu erreichen, ist eine authentische Kommunikation der Sender / Influencer unerlässlich.

Die Junge Union

Wenn ein Mitglied der Jungen Union authentisch kommuniziert, wird er dafür die größte Zustimmung von Mitgliedern der Jungen Union erhalten. Er kann eine Community aufbauen, die weitestgehend die eigenen Positionen teilt. Das gilt auf der inhaltlichen Ebene (Zustimmung) und auf der technischen Ebene (Sharing). Um Angriffe von außen / Shitstorms abzuwehren, ist eine starke Community besonders wirkungsvoll. Die Junge Union hat sich zur digitalen Kommunikation der CDU Gedanken gemacht. Vielleicht sollte das Konrad-Adenauer-Haus auf den Nachwuchs hören?  

Der Jagdverband

Wie ein Verband Influencer fördern kann, zeigt der Jagdverband. Interessierte Mitglieder werden regelmäßig zu Kommunikationsthemen – Social Media, Interviews, usw. – geschult. Damit werden sie qualifiziert, zu den Themen des Verbandes zu kommunizieren. Ob sie damit Botschafter für die Interessen der Jäger oder Influencer sind, liegt im Auge des Betrachters. Genau wie bei Politikern einer Partei ist es auch bei ihnen so, dass sie die eigene Community erreichen. Es sind die mehr als 70.000 Jäger, die sie mit authentischer Kommunikation ansprechen. Für Themen wie Naturschutz, Tierschutz und natürliche Lebensmittel gibt es über die Jägerschaft hinaus viele Interessierte. Auch diese sind erreichbar.

Der Sophie Award              

Eines der wichtigsten sozialen Netzwerke ist YouTube. Einige Jäger sind mit eigenen Kanälen auf der Plattform präsent. Deren Beiträge verzeichnen mehrere 10.000 Aufrufe. Um die YouTuber anzuspornen, noch bessere Beiträge zu produzieren, organisiert der Jagdverband einmal im Jahr den Sophie Award, eine Preisverleihung für die besten Jagdfilme. Dabei war ein breites Spektrum an Filmen in sehr guter Produktionsqualität zu sehen. Sehr gut gefallen hat mir, dass einige Filme den Blick von außen auf die Jagd aufgegriffen haben. Ein Film zeigt Kinder, die beim Zerlegen und der Verarbeitung eines Tieres nicht nur zuschauen, sondern auch mithelfen. Gewonnen hat Felix Kuwert. Sein Kanal heißt ganz poetisch Jagdmomente.  

Preisverleihungen sind ein schwieriges Kommunikationstool. Wenn sie aber genutzt werden, um die eigene Community zu stärken und sie in Berlin auf die Bühne zu stellen, haben sie immer noch eine Berechtigung. Dann können sie ein wichtiger Baustein sein, um Influencer für eine Partei oder einen Verband aufzubauen.   

Matthias Bannas

Foto: Preisverleihung beim Sophie Award

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