Yes, she can! Stakeholder Mapping, Jan Schmelzle und Laphroaig

QUIZ

„Ein guter Pressesprecher ist nicht gemein zu Journalisten, auch nicht zu schlechten.“

Herzlich willkommen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nächste Woche berät das Kabinett über die Stellungnahme der Bundesregierung zum „Bericht der Fachkommission der Bundesregierung zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit“. Ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen hat einen Migrationshintergrund. Wie wir Migration, Miteinander und Integration organisieren, prägt die Zukunft unseres Landes. Kontroverse Debatten dazu sind nicht nur legitim, wie die Kommission schreibt. Sie sind unerlässlich. Wenn dann aus Debatten Entscheidungen hervorgehen, wird das nicht allen gefallen. Aber das ist Demokratie. Wer dieses Thema für CDU/CSU und die Grünen an vorderster Front angehen darf, erfahren wir in den nächsten Tagen. Dann ist fünf Monate Zeit bis zur Bundestagswahl. Spätestens dann spielt der zünftige Machtkampf bei der Union und der wohltemperierte Findungsprozess bei den Grünen keine Rolle mehr.

Euer Matthias Bannas

In the Hood

Wöchentlich stellen wir Personen aus dem Kiez vor, befragen sie über das Stadtleben und die Politik in Berlin. Diese Woche haben wir mit Jan Schmelzle gesprochen. Er ist Geschäftsführer beim Verband Deutscher Franchiseverband. Mehr von Jan hört Ihr in diesem berlinbubble Interview Podcast.

Die Mitglieder des Franchiseverbands sind bisher gut durch die Corona-Krise gekommen. Wo konnte der Verband konkret helfen und unterstützen?

Das ist richtig. Seit Beginn der Pandemie haben wir unsere Mitglieder regelmäßig nach ihrer aktuellen Situation befragt. Die Auswirkungen sind je nach Branche recht unterschiedlich: Während einige unserer Mitglieder teils stark betroffen sind, erfahren andere kaum oder gar keine Auswirkungen. Manche profitieren sogar. Unabhängig der Branchezugehörigkeit attestieren dem Franchiseprinzip 96 % unserer Mitglieder Krisensicherheit. Der Umstand innerhalb eines Franchisesystems nicht allein dazustehen, spricht zweifelsfrei für Kooperationen wie diese. Als Verband haben wir mit Beginn des ersten Lockdowns konsequent auf den Online-Austausch umgestellt, haben Fokusgruppen für den branchespezifischen Austausch angeboten, haben beispielsweise über Liquiditätshilfen informiert und nicht zuletzt rechtliche Unsicherheiten mithilfe einer stets aktuellen Praxishilfe aus dem Weg geräumt.

Was muss die nächste Bundesregierung vorrangig anpacken, damit die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung kommt?

Ich denke, die Forderungen von Wirtschaftsverbänden, unsere mit eingeschlossen, sind der Politik bekannt. Das Primat der Politik besteht auch darin, dem Gestaltungswillen gerecht zu werden. Das ist in diesen Krisenzeiten nicht einfach und dafür zeigt die Mehrheit der Interessenvertretungen auch Verständnis. Dennoch ist es unglaublich wichtig, gerade den stark betroffenen Branchen Perspektiven aufzuzeigen, d.h. Zeiträume wieder planbar zu machen. Dies kann nur durch eine klare Kommunikation flankiert durch Gesetzesvorhaben passieren. Gesetzesinitiativen, bspw. im Bereich des Steuerrechts, des Wirtschaftsrechts und des Arbeitsrechts, die jetzt bereits Gesetzeskraft in der Krise haben (u.a. das Moratorium), aber auch nach der Krise weiterhin Bestand haben sollten. Kurz gesagt, dem Gestaltungswillen für die Wirtschaft wird wieder Rechnung getragen, wenn die sozialmarktwirtschaftlichen Freiheiten schnellstmöglich zurückkehren und den Unternehmen damit betriebswirtschaftliche Planbarkeit wieder zurückgegeben wird.

Was ist Dein Lieblingsort in Berlin-Mitte und warum ist das so?

Auf ein Feierabendbier oder -Wein sich bei Abendsonne an den Schiffbauerdamm setzen und die vorbeifahrenden Schiffe und vorbeischlendernden Menschen beobachten. Das Gefühl von Hauptstadtflair und Müßiggang sind dabei gut in Einklang zu bringen.

 

Read

Aufsteigergesellschaft: Die CDU-MdBs Carsten Linnemann und Christoph Ploß haben in der Welt aufgeschrieben, wie sie sich mehr Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit konkret vorstellen. Eine bessere Bildung, das ist richtig, es ist aber eigentlich Ländersache. Ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr, das klingt irgendwie gut, ist aber eine Totgeburt. Nach Abschaffung der Wehrpflicht wäre es eine Riesenüberraschung, wenn es gelingt, dafür eine politische Mehrheit zu gewinnen. Im Einstieg kritisieren die beiden Identitätspolitik, Quoten und den Moralismus der Grünen. Das könnte Futter für den Wahlkampf sein, ist aber total vermintes Gelände, spätestens seitdem die AfD sich für den Wahlkampfslogan „Deutschland. Aber normal“ entschieden hat. Schräg ist die Kritik an den „Neuen deutschen Medienmacher*innen“. Diese sind in den letzten Jahren von der Bundesregierung mit einigen Millionen Euro im Rahmen von Projektmitteln unterstützt worden. (MB)

Listen

Fit für die Zukunft: Welche Fähigkeiten brauchen Arbeitskräfte? Bedingt durch die Pandemie hat sich die Arbeitswelt stark gewandelt. Flächendeckendes Homeoffice, digitale Lösungen und weniger direkter Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, aber auch zwischen Abteilungen. Wie wird das alles die Zukunft der Arbeit bedingen? Wie wirken sich Digitalisierung und Künstliche Intelligenz auf die Arbeitswelt aus? Wie wichtig werden digitale Skills für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Zukunft und: Wie bekommt man Beschäftigte gut für digitale Technologien und die Zusammenarbeit mit KI ausgebildet? Über all dies diskutiert in diesem berlinbubble Podcast die New Work-Expertin Alice Greschkow mit Egon Huschitt und Matthias Bannas.

 

Watch

Yes, she can: Aminata Touré, Gyde Jensen, Laura Isabelle Marisken und Terry Reintke zeigen in dieser Dokumentation ihr politisches Talent und ihren politischen Alltag. Das ist erfrischend und unterhaltsam. Der Doku gelingt es, die vier Protagonistinnen als glaubwürdige Vorbilder für junge Frauen zu inszenieren, die darüber nachdenken, sich in Parteien zu engagieren. Es gibt etliche Vorschläge dazu und endlose Diskussionen darüber, wie es Parteien gelingen kann, für junge Frauen attraktiver zu werden. Dabei ist mehr Sichtbarkeit von jungen Frauen, die Politik machen, die – zumindest aus meiner Sicht – beste Maßnahme. Hier könnt Ihr selbst schauen. (MB)

Learn

Stakeholder Mapping: Wer entscheidet über was. Diese Frage stellen sich Lobbyisten immer wieder. Anstatt aber den bequemsten Weg zu gehen und für ein Anliegen die einem bereits bekannten Kontakte zu nutzen, ist es viel sinnvoller genau zu analysieren, wer entscheidet und – in einem nächsten Schritt – wer diese Person oder Personen beeinflusst. Sandro Gianella beschreibt den gesamten Prozess in diesem Beitrag für den Government Relations Blog. Auf der Website findet Ihr zahlreiche, relevante Beiträge mit konkreten Tipps und Tricks bei der politischen Interessenvertretung. (MB)

Know

Follow

Ann Cathrin Riedel: Wer ganz bequem und das wöchentlich einen Überblick der wichtigsten digitalpolitischen Debatten in Deutschland lesen möchte, sollte einen Blick auf den Newsletter von Ann Cathrin Riedel werfen. Der Newsletter ist flott und kurzweilig mit viel personal touch geschrieben. Ihre Analysen sind treffsicher und heben das Wesentliche hervor. Wenn Ihr im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg / Prenzlauer Berg Ost wohnt, könnt Ihr sie direkt in den nächsten Bundestag wählen. (MB)

Attend

Stumble

Das Tuteur-Haus
Die Leipziger Straße war einst die bedeutendste Einkaufsmeile Berlins und berühmt für ihre großen Geschäfte, die mit prunkvollen Fassaden und prächtigem Interieur um die Gunst der Kunden buhlten. Ein besonders eindrucksvolles Relikt aus der Glanzzeit der Straße steht noch an der Kreuzung zur Charlottenstraße – das Tuteur-Haus. Hier eröffnete 1913 das Modehaus Kersten & Tuteur, das mit seinen innovativen großen Glasfenstern die neueste Damenmode präsentierte. Viele dieser Ausstellungsstücke enthielten Schaufensterpuppen in Korsetts oder freizügigen Negligés – eine gewagte Neuheit, die von den spärlich bekleideten Steinfiguren über dem Haupteingang des Geschäfts aufgegriffen wurde. Das Aufsehen, das diese Taktik erregte, trug zum Ruhm des Unternehmens bei, und der Name Kersten & Tuteur blieb ein Synonym für Damenmode bis 1938.
secretcitytravel.com, welt.de

Introduce

Der Lustgarten auf der Museumsinsel
Der Lustgarten wurde im 16. Jahrhundert für das Schloss des Kurfürsten von Brandenburg Friedrich Wilhelm ursprünglich als Küchengarten angelegt. Wie vieles in der deutschen Geschichte litt auch der Garten unter den Grausamkeiten der turbulenten Zeiten, insbesondere des Dreißigjährigen Krieges. Berlin musste sich dem Wiederaufbau unterziehen, und es waren Friedrich Wilheim und seine Frau, Luise Henriette von Nassau, die den größten Teil davon beaufsichtigten. Im 20. Jahrhundert erfuhr er eine Wandlung als Platz für politische Versammlungen. Die Nationalsozialisten ließen ihn einebnen und für Massenaufmärsche und Kundgebungen pflastern. Heute lädt wieder Rasen viele Sonnenhungrige im Sommer zum Sonnenbad ein und ist ein beliebter Ort für Touristen und Liebhaber der Langsamkeit.
visitberlin.de

Eat and drink

Let’s have Hummus Habibi: Berlin ist nicht Tel Aviv. Dort gibt es an jeder Ecke das beste Hummus der Welt. In Berlin-Mitte gibt es immerhin das Nanoosh. Das findet Ihr noch in der Mohrenstraße 50. Hummus gibt es mit Falafel, Hähnchen und Haloumi inklusive diverser Beilagen und Brot für 8,50 bis 9,50 Euro. Die Konsistenz ist cremig, so wie ich es mag. Geöffnet ist von Montag bis Freitag, 11:30 – 15:00 Uhr. Aber wo gibt es nun das beste Hummus der Welt? Ich bleibe bei Tel Aviv. Da ist es nur ein Katzensprung zum Strand. (MB)   

Buy

Laphroaig Triple Wood: Wie es ausschaut, wird der Lockdown noch einige Wochen andauern. Grund genug, über ein kleines Investment nachzudenken. Für 40 bis 60 Euro (je nach Einkaufsquelle) bekommt Ihr eine Flasche Laphroaig Triple Wood. Der Geschmack ist etwas weicher und holziger als bei den klassischen Laphroaig-Whiskys. Der hohe Preis gewährleistet, dass die Flasche etwas länger hält. Drink safe! (MB)

Explain

Die Mohrenstraße in Berlin-Mitte heißt womöglich bald Wilhelm-Amo-Straße
Als Erinnerungskultur wird die seit langem in Kritik stehende Mohrenstraße nahe dem Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte ausgetauscht und in Wilhelm-Amo-Straße umbenannt. Dies hatte die Bezirksverordnetenversammlung bereits letzten August empfohlen und wurde schließlich vom Bezirksamt von Mitte Ende März auch so beschlossen.
Anton Wilhelm Amo war der erste bekannte Philosoph und Rechtswissenschaftler afrikanischer Herkunft in Deutschland. Er wurde um 1700 an der damaligen afrikanischen Goldküste geboren. Als kleiner Junge wurde er von Sklavenhändler der Westindischen Kompanie nach Europa verschleppt und an Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel “verschenkt”. Der Herzog “vererbte” ihn als “Kammermohren” an seinen Sohn August Wilhelm. Amo gilt als Vordenker des Antirassismus, da er die Ungleichheit von schwarzen Europäern infrage stellte.
tagesspiegel.de, deutschlandfunkkultur.de

Work

  • Referent:in für Social Media und Parlamentsangelegenheiten (w/m/d) politjobs.de
  • Mitarbeiter:in Kommunikation / Social Media / Öffentlichkeitsarbeit (m/w/d) politjobs.de
  • Berater:in für Digitale Pandemie und One Health Tools (m/w/d) politjobs.de
  • Junior Professionals (m/w/d) für den Themenschwerpunkt „Digitalisierte Gesellschaft“ politjobs.de
  • Junior-PR-Berater:in/Projektmanager:in (m/w/d)
    politjobs.de

Quiz-Auflösung

Michael Schroeren, ehemaliger Pressesprecher von u.a. Jürgen Trittin, in diesem Podcast. Das Zitat ist älter.

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