Akademisierung der Hebammenausbildung

„Wir machen die Arbeit, damit man das akademisieren kann.“ Erich Irlstorfer (CSU) zitiert die Kritik an einer Akademisierung der Hebammenausbildung. Diese belastet Ausbildungsträger von Kinderkrankenpflegern, ohne sie zu kompensieren. Einzelne Bestandteile der Kinderkrankenpflegeausbildung dienen ausschließlich einer späteren Ausbildung zur Hebamme. Alle Gesundheitsberufe sind Mangelberufe und befinden sich in einem scharfen Wettbewerb. Das Beispiel zeigt, wenn es bei einem Beruf Veränderungen gibt, hat das Auswirkungen auf alle anderen Berufe. Darum bin ich skeptisch, ob die Akademisierung der Hebammenausbildung eine gute Entscheidung ist. Wenn es so Gesetz wird, ist das Hebammenstudium vermutlich das einzige Studium, in dem Studenten bezahlt werden.

Vielleicht liegen die Ursachen des Nachwuchsmangels an der schlechten wirtschaftlichen Situation der Hebammen? Sie haben hohe Versicherungskosten und als Einzelunternehmerinnen haben sie eine schwache Verhandlungsposition gegenüber den Krankenhäusern.

Auf der anderen Seite gibt es gute Argumente, die Hebammenausbildung zu verbessern. In Deutschland ist der Kaiserschnitt viel gebräuchlicher als in anderen Ländern. Das ist eine gesundheitliche Belastung für die Mütter. Die Anforderungen an den Beruf steigen. Immer mehr werdende Mütter haben Diabetes oder einen Migrationshintergrund. Ein Migrationshintergrund –verbunden mit mangelhaften Sprachkenntnissen – macht die Betreuung viel komplizierter. Das wichtigste Argument ist jedoch, die Gesellschaft muss alles für bestmögliche Geburten tun. Kinder sind unsere Zukunft.    

Matthias Bannas

Parlamentarisches Frühstück Hebammenausbildung – quo vadis?

Veranstalter: Deutscher Evangelischer Krankenhausverband e.V. (DEKV), Evangelische Hochschule Berlin (EHB), Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi)

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