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„D21- Digital-Index 2023/24 / Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft“: Wie weit ist Deutschland mit der Digitalisierung? Das könnt Ihr in der neuen Studie der Initiative D21 lesen. Für die Studie wurden mehr als 30.000 Interviews geführt. Und das macht sie für den Politikbetrieb besonders interessant. Denn dass es bei der Digitalisierung Deutschlands so sehr hakt, liegt auch an falschen politischen Entscheidungen wie einer zu engen Regulierung und zu wenig Ambition bei der Verwaltungsmodernisierung. Die Studie zeigt sehr genau, wie weit die Bürger bei der Digitalisierung sind und wo sie Ängste und Sorgen haben. (MB)

“Physics-based early warning signal shows that AMOC is on tipping course” – ein Research-Paper zu einem drohenden Klima-Kipppunkt beim Golfstrom von van Westenm, Kliphuis und Dijkstra: Ich lese immer wieder gerne kurze Studien, die Klimamodelle erklären und Prognosen für Klimaereignisse abgeben. Nicht, dass ich so furchtbar viel verstehen würde. Aber der Umgang mit diesen Modellen und die Rezeption haben erhebliche Auswirkungen auf politische Entscheidungen. Bei diesem Text ist faszinierend, dass die Arbeit mit den Modellen sehr gut beschrieben wird. Das Ergebnis legt nahe, dass Veränderungen beim Golfstrom und damit erhebliche Auswirkungen auf das Klima der Nordhalbkugel auch in naher Zukunft möglich sind. Den Hinweis auf den Text habe ich aus der SZ. Das Research-Paper findet Ihr hier. (MB)

„Begeistert, kritisch, unaufgeregt, resigniert – die Deutschen und Europa“ – ein Paper von Jochen Roose zu einer Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung: Die Wahl zum Europäischen Parlament steht vor der Tür. Der Wahlkampf hat bereits zaghaft begonnen. Die Umfrage zeigt, dass es deutschlandweit eine überwiegend pro-europäische Stimmung gibt. Diese ist bei den Anhängern der Grünen besonders stark ausgeprägt. Aber auch Christ- und Sozialdemokraten genießen eine hohe Kompetentzzuweisung, wenn es darum geht, europapolitischen Herausforderungen gerecht zu werden. Was mich etwas wundert, ist der große Rückhalt für Klimaschutzpolitik. Das deckt sich nicht mit der deutlichen Ablehnung einiger konkreter Projekte in verschiedenen Ländern; Reduzierung des Viehbestandes in den Niederlanden oder dem deutschen Heizungsgesetz. Genauer anschauen sollten sich die Parteien das Thema gesamteuropäische Wirtschaft. Hier gibt es selbst von den Anhängern der AfD viel Zustimmung für europäische Lösungen. Ihr findet das Paper auf der Website der Stiftung. (MB)

“A sharp right turn: A forecast for the 2024 European Parliament elections”: Wie könnte die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments nach der Europawahl ausschauen und was bedeutet das für Abstimmungen zu Themen wie der Zukunft des European Green Deal? Dazu hat ein Team vom European Council on Foreign Relations eine Analyse auf der Website des Thinktanks veröffentlicht. Grundlage sind aktuelle Wahlumfragen aus allen Mitgliedsländern und das Abstimmungsverhalten der Fraktionen in der laufenden Legislaturperiode. Sie gehen von einer deutlichen Schwächung der linken, grünen und sozialdemokratischen Fraktionen und im Gegensatz dazu von einer Stärkung des rechten Rands aus. Hat das Szenario Auswirkungen auf die laufende Legislaturperiode? Auf jeden Fall steigt der Druck, Initiativen zum Klimaschutz noch zu verabschieden. (MB)

„So geht sächsisch – aber wohin geht Sachsen“ Einstellungen zu Politik und Politikideen in Sachsen von Jana Faus und Lukas Bernhard: Ganz passgenau kurz vor der Veröffentlichung des Sachsen-Monitors der Staatsregierung hat die Friedrich-Ebert-Stiftung eine von pollytix erstellte Studie mit einem ähnlichen Untersuchungsgegenstand veröffentlicht. Für die Studie werden qualitative Gesprächsanalysen und quantitative Daten verknüpft. Die Studie arbeitet mit den drei Segmenten: Weltoffen Orientierte (19 Prozent), bewegliche Mitte (41 Prozent) und national Orientierte (40 Prozent. Die national Orientierten erzielen durchschnittlich ein geringeres Einkommen. Besonders interessant fand ich, dass eine von der Ebert-Stiftung finanzierte Studie zu dem Ergebnis kommt, dass der CDU-Ministerpräsident besonders gut bei den Menschen ankommt. In der Studie stecken viele kluge Hinweise zum politischen Umgang mit Transformation und Migration. Ihr könnt sie auf der Website von pollytix lesen. (MB)

Studie der Stiftung Marktwirtschaft zu den Auswirkungen von Migration auf die Finanzierung der Sozialversicherungssysteme: In dieser Studie geht es um den fiskalischen Effekt von Zuwanderung. Konkret geht es um die Frage, ob die Migration nach Deutschland in ihrer aktuellen Zusammensetzung einen positiven oder einen negativen Effekt auf die Finanzierung unseres Sozialversicherungssystems hat. Ausgerechnet wurde ein stark negativer Effekt. Die Ursache dafür ist der hohe Integrationsaufwand und das durchschnittlich niedrige Qualifikationsniveau der Zuwanderer. Nun bin ich bei Studien, die auf wenige Faktoren abstellen, immer sehr skeptisch. Politisch enthält das Thema Sprengstoff, weil wenn die Annahmen stimmen, zusätzlicher Druck auf die Finanzierbarkeit des Sozialversicherungssystems mit unangenehmen politischen Folgen ensteht. Bernd Raffelhüschen, Stefan Seuffert und Florian Wimmesberger sind für die Studie verantwortlich, die Ihr auf der Website der Stiftung Marktwirtschaft lesen könnt. (MB)

„Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die deutsche Wirtschaft“ – ein Report vom Institut der deutschen Wirtschaft: Nervosität an den Finanzmärkten, Unsicherheit bei Investitionen und die Auswirkungen eines Preisanstiegs beim Öl; dazu findet Ihr kurze Einordnungen im Text. Besonders interessant finde ich den Hinweis auf die Verknüpfung des Irans mit China und Indien über das BRICS-Bündnis. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran die Straße von Hormus schließt, weil es damit genau diese Länder besonders hart treffen würde. Ein Viertel der chinesischen Öl-Importe kommt vom persischen Golf. Galina Kolev-Schaefer, Thomas Obst und Thomas Puls haben den Report geschrieben. Ihr könnt ihn auf der Website des IW lesen. (MB)

Die Böller-Studie von pollytix: Die Meinungsforscher von pollytix haben im November, in Erwartung der sich anbahnenden Böllerdebatte, für das RND das Meinungsklima in Deutschland zu Feuerwerk untersucht. Dabei weisen sie auch die dazugehörigen Parteipräferenzen aus. Wie erwartet sind überdurchschnittlich wenig Anhänger der Grünen (9 Prozent) für ein Recht auf Böllern; bei den Anhängern der AfD sind das 60 Prozent. Die Anhänger der anderen Parteien bewegen sich in einem engen Korridor zwischen 35 und 38 Prozent. Ich sortiere das Thema beim Kulturkampf ein. Es ist ähnlich irrelevant wie die Debatte zum Tempolimit auf der Autobahn. Trotzdem bekommen solche Themen immer wieder erhebliche Aufmerksamkeit und zahlen darauf ein, dass die falschen Parteien punkten, weil viele Menschen ab und an mal blödsinnige Dinge tun möchten und allergisch darauf reagieren, wenn diese verboten werden sollen. Mehr zum Thema Eigenverantwortung beim Böllern seht Ihr hier (Triggerwarnung). Die Umfrage findet Ihr auf der Website von pollytix. (MB)

„ifo Geschäftsklimaindex gefallen (Dezember 2023)“: Wie startet die Wirtschaft ins Jahr 2024? Die aktuellen Erwartungen der Unternehmen sind durch die Bank schlecht, wenn man den befragten Wirtschaftsvertretern Glauben schenkt. Und ich bezweifele, dass die jüngsten Haushaltsbeschlüsse der Bundesregierung in die Befragung eingeflossen sind. Besonders negativ sind die Erwartungen der Unternehmen aus dem Handel und dem Bauhauptgewerbe. Hier könnt Ihr den Index anschauen. (MB)

“Social Media und Community Management – BVCM-Studie 2023”: Katja Evertz und Stefan Evertz haben für den Bundesverband Community Management (BVCM) in einer Studie aufgeschrieben, wie die in den Bereichen Beschäftigten arbeiten und wie viel sie verdienen. Kleinere Kapitel gibt es zu der Bedeutung einzelner sozialer Netzwerke (LinkedIn und TikTok sind die Aufsteiger, Twitter ist Absteiger, Facebook sollte nicht unterschätzt werden) und dem Umgang mit Hass-Reden. Die Studie ist insbesondere für Organisationen hilfreich, die die einschlägigen Bereiche ausbauen möchten. (MB)