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Jahresbericht 2021 – vom BVI Deutscher Fondsverband: Beim Thema Jahresbericht als Kommunikationstool für Verbände spalten sich die Geister. Das ein Jahresbericht für größere Organisationen sinnvoll sein kann, zeigt der BVI hier. Es gibt einen Einstieg vom Kopf des Verbandes, Thomas Richter; gefolgt von kurzen Expertentexten zu aktuellen Themen der Branche. Hier hätte ich mir Kontaktinfos und Social-Profile der Personen gewünscht, damit keine Kommunikationschancen verschenkt werden. Gut gefällt mir die Übersicht der Verbandsarbeitskreise mit den Themen und die Veranstaltungsübersicht. Hilfreich sind die sehr übersichtlichen Zahlen zur Branche. (MB)

„Mit Daten Staat machen“ – die Studie: Das Berliner GovTech-Unternehmen Polyteia hat für die Hertie School of Governance in einer Studie „auf Basis einer quantitativen Befragung von 83 Referatsleiter:innen und semistrukturierter Expert:inneninterviews mit 31 Abteilungsleiter:innen aus den Landesministerien den aktuellen Stand der Datennutzung und des Datenmanagements auf Landesebene systematisch untersucht.“ Die Herausforderung ist, Flickenteppiche und Silodenken zu überwinden, die Erhebung von Daten qualitativ zu verbessern und sich auf einheitliche Standards zu einigen. Damit das gelingen kann, braucht es ein klares Bekenntnis aus der Führungsetage und die wertschätzende Einbeziehung der zuständigen Arbeitsebene. Auch wenn Datentransparenz Schlechtleistungen der Verwaltung sichtbar macht, ist die Nachfrage nach hilfreich aufbereiteten Datenbeständen groß. (MB)

Verfassungsschutzbericht 2021: Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus, Cybersecurity und mehr; der aktuelle Verfassungsschutzbericht ist ein gut-lesbarer Überblick der Bedrohungslage im letzten Jahr. Ich möchte eure Aufmerksamkeit auf das Kapitel „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ (Seite 112 bis 120) lenken. In dem Kapitel geht es um verfassungsfeindliche Tendenzen, die nicht in ein rechts/links-Schehma passen. Der Schwerpunkt liegt bei der Beschreibung der Corona-Proteste und den dabei verbreiteten Lügen und den damit einhergehenden Bedrohungen von Politikern. Weitere Beispiele sind der Umgang mit dem Hochwasser und dem Klimawandel. Für mich stellt sich die Frage, wie der Bundesverfassungsschutz entscheidet, wo das Recht auf freie Meinungsäußerung  aufhört und wo die Delegitimierung des Staates anfängt. Das Kapitel ist für meinen Geschmack viel zu nonchalant geschrieben. Hier geht es zum Download des Berichts. (MB)

„Atlas der digitalen Arbeit“: In dieser 50seitigen Zusammenstellung vom DGB und der Hans-Böckler-Stiftung könnt Ihr nachlesen, wie die Gewerkschaften zu digitalen Themen stehen. Schwerpunkt ist alles, was Berührungspunkte zu Arbeit und Betriebsräten hat. Ein Schmerzpunkt für die Gewerkschaften ist der Arbeitnehmerdatenschutz. Risiken sieht man bei Software-as-a-Service Angeboten und bei People Analytics. Dramaturgisch interessant ist, dass bei Unternehmensbeispielen mit einem Gut/böse-Schema gearbeitet wird. Es geht um Bosch und Amazon. Ihr könnt euch vermutlich denken, wer welche Rolle spielen darf. (MB)

Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderungen“: Karolin Hiesinger und Alexander Kubis beschreiben im aktuellen IAB-Kurzbericht den Arbeitsmarkt für Schwerbehinderte in Deutschland. Deren Erwerbslosenquote war mit 3,6 Prozent im Jahr 2019 nur unerheblich höher als bei allen Beschäftigten. Alle Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten sind verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Ansonsten müssen sie eine Ausgleichsabgabe in Höhe von 140 bis 360 Euro monatlich pro unbesetztem Schwerbehindertenarbeitsplatz zahlen. 61 Prozent der Unternehmen zahlen. Ursache für die Nichtbesetzung ist aus Sicht der Unternehmen der Mangel an geeigneten Bewerbern. Ein Fünftel der kleineren Unternehmen nennt außerdem den höheren Kündigungsschutz als Ursache. Aber was tun? Eine Anhebung der Abgabe könnte negative Effekte haben, besser wäre ein Bonussystem für vorbildliche Unternehmen. Alle Argumente und weitere Zahlen findet ihr im Text. (MB)

Bundeshaushalt 2022: Der Bundeshaushalt 2022 steht. Grund genug, auf einen Service des Bundesrechnungshofes hinzuweisen. Dieser analysiert zeitnah zur Veröffentlichung des ersten Entwurfs alle Einzelpläne des Bundeshaushalts. Auch jetzt findet ihr in den Analysen immer noch zahlreiche interessante Infos. Hier ist der Link. (MB)

BMF goes Krypto: BMF-Schreiben sind eigentlich Stoff für steuerrechtliche Feinschmecker und Experten. Das Schreiben “Einzelfragen zur ertragsteuerrechtlichen Behandlung von virtuellen Währungen und von sonstigen Token” lohnt sich aber für alle, die sich für Krypto- und die Steuerfragen interessieren. Sehr vorbildlich und verständlich geschrieben ist der Einstieg mit einer Definition der einschlägigen Begriffe; vom Token bis zum Hard Fork. Im Anschluss werden die steuerrechtlichen Auswirkungen aller erdenklicher Krypto-Transaktionen für Unternehmen und Privatpersonen beschrieben. (MB)

Rassistische Realitäten – die Studie: Die Auftaktstudie zum Rassismus in Deutschland vom deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) ist jetzt online. Ihr findet eine breitangelegte Befragung zu rassistischen Einstellungen, zum Umgang mit Rassismus und zur Bewertung von Rassismus. Die Studie zeigt an vielen Stellen sehr praxisnah den Spielraum auf, um Rassismus in Zukunft einzugrenzen. Politisch interessant ist, dass die Hälfte der Bevölkerung gegenüber Rassismusvorwürfen sehr skeptisch eingestellt ist. Bei Umgang mit dem Thema ist also viel Fingerspitzengefühl gefragt. (MB)

The world‘s response to the war in Ukraine: 76 Prozent der Deutschen vertreten die Ansicht, dass Deutschland es möglichst vermeiden sollte, sich militärisch in den Konflikt einzumischen. Bei Waffenlieferungen ist die Gesellschaft gespalten. Hier liegt die Zustimmung nur bei 55 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Wenn es um Solidarität, finanzielle Unterstützung für die Ukraine oder die Aufnahme von Flüchtlingen geht, gibt es überwiegend deutliche Zustimmung. Für die Umfrage wurden insgesamt 19.000 Personen im Alter von 16 bis 74 Jahren aus 27 Ländern interviewt. Anschauen könnt ihr sie hier. (MB)

IMK-Inflationsmonitor: Sebastian Dullien und Silke Tober werfen in einer aktuellen Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschaftsinstituts IMK einen Blick auf die Auswirkungen der Inflation für ausgewählte Haushaltstypen; vom einkommensschwachen Single bis zur reichen Familie. Wie zu erwarten, sind einkommensschwache Familien am stärksten von der Inflation betroffen, insbesondere auf Grund des überproportional hohen Anteils von Nahrungsmitteln und von Haushaltsenergie im Warenkorb dieser Haushalte. Gute Noten bekommen die Entlastungspakete der Bundesregierung. Für falsch halte ich die positive Einschätzung der aktuellen EZB-Politik. Hier könnt ihr die Studie anschauen. (MB)