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„Europawahl 2024 / Heft 2 / Vorläufige Ergebnisse nach kreisfreien Städten und Landkreisen“: Wenn Ihr ein Gefühl dafür bekommen möchtet, wie unterschiedlich in Deutschland gewählt wird, dann werft doch mal einen Blick in die digitale Broschüre der Bundeswahlleiterin. Ihr findet die Daten mit allen angetretenen Parteien auf Bundesland- und auf Wahlkreisebene. Hier könnt Ihr die Daten anschauen. (MB)

IW-Studie – „Kriterien für wirtschaftspolitische Maßnahmen zum Abbau kritischer Importabhängigkeiten“: Jürgen Matthes hat im Rahmen einer kurzen Studie ein Prüfschema entworfen, um effektiv mit kritischen Importabhängigkeiten – insbesondere von China – umzugehen. Er plädiert dafür, Subventionen immer als Mittel der letzten Wahl einzusetzen. Unabhängig von dem Schema gefallen mir einige der beiläufig erwähnten Aspekte besonders gut. Die Lieferkettengesetzgebung führt dazu, dass Friendshoring (Verlagerung von Produktion aus China hin zu anderen verlässlichen Produktionsstandorten, die keine lupenreinen Demokratien sein müssen) erschwert wird. Die Orientierung an fixen Klimaschutzzielen kann zu ökonomisch falschen Entscheidungen führen. Ihr könnt die Studie auf der Website vom IW lesen. (MB)

„Unternehmensschließungen 2023 – Starker Anstieg der Schließungszahlen im verarbeitenden Gewerbe“: Creditreform hat seine Analyse der Unternehmensabmeldungen und Insolvenzen in Deutschland für das Jahr 2023 veröffentlicht. Die Zahlen stützen das Narrativ einer deutschen Wirtschaftskrise. Wer von Deindustrialisierung sprechen möchte, kann das mit den Daten von Creditreform untermauern. Besonders gravierend ist der Rückgang bei forschungsintensiven Unternehmen. Ihr findet die Analyse, wenn Ihr auf der Website mit der Pressemeldung nach unten scrollt. (MB)

„Brexit – Kein Vorbild für Deutschland“: Ein Team vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat mit den möglichen Folgen eines Austritts Deutschlands aus der EU eine der aufmerksamkeitsstärksten Forderungen aus dem Europawahlprogramm der AfD untersucht. Das Ergebnis der synthetischen Analyse überrascht nicht. Ein Dexit wurde Deutschland noch härter treffen als Corona und der Ukraine-Krieg zusammen. Neben der Analyse haben die Autoren aktuelle Daten und Infos zu den Folgen des Brexits für Großbritannien zusammengetragen. Das passt natürlich wunderbar in den Europawahlkampf. Die Analyse findet Ihr auf der Website vom IW. (MB)

„Sanierung sehr ineffizienter Gebäude sichert hohe Heizkostenrisiken ab“: Ein Team des DIW hat eine kurze Analyse zur Wohngebäudesanierung geschrieben. Grundlage für die Analyse sind SOEP-Daten. Im Gegensatz zu der Kritik, die sonst häufig zum Worst-first-Ansatz geäußert wird, fällt das Ergebnis überraschend aus. Insbesondere Mieter mit geringem Einkommen, die in schlecht isolierten Wohnungen leben, würden von den Sanierungen profitieren. Der Gasbedarf Deutschlands würde sinken. Bereits jetzt schlage zu Buche, dass die Sanierungsanreize für Vermieter durch die CO2-Preis-Kostenaufteilung gestärkt worden sind. Eine Reform der Modernisierungsumlage zugunsten von Mietern könnte zusätzliche Anreize setzen. Die Analyse findet Ihr auf der Website des DIW. (MB)

„Tankstellenmarkt 2023“: Auch in diesem Jahr hat Professorin Hanna Schramm-Klein im Auftrag vom Bundesverband Freier Tankstellen und unabhängiger deutscher Mineralölhändler (bft) alle wesentlichen Tankstellendaten aus dem Jahr 2023 in einer Studie zusammengeführt. Auf besonders viel Aufmerksamkeit bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der Studie stießen neben der Einführung des Kraftstoffes HVO100 die Trends zum Verbrenner und zur Elektromobilität. Auch wenn auf Grund des Auslaufens der Förderung weniger neue Elektrofahrzeuge als erwartet in den nächsten Jahren angemeldet werden, wird die Bedeutung der Elektromobilität für Tankstellen ansteigen. Auf Grund längerer Standzeiten werden sich Tankstellen anpassen müssen. Aus Sicht des bft sind aber insbesondere die mittelständischen Unternehmen dafür flexibel genug. Oder wie es Duraid El Obeid, Vorsitzender des Verbandsvorstandes, zum Ausdruck bringt: „Die Tankstelle hat deswegen Zukunft, weil viele unserer Mitglieder Unternehmer sind.“ Die Studie findet Ihr auf der Website des bft. (MB)

„Europäische Union – globale Risiken, lokale Nebenwirkungen“: Tim Peter und Toni Michel haben für die Konrad-Adenauer-Stiftung eine Panorama-Analyse 2024 erstellt. Diese betrachtet die Entwicklung Europas im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr. Interessant finde ich die Verknüpfung des globalen Umfelds, der Entwicklung in den Mitgliedsstaaten und dem Fokus auf Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Auch diese Analyse unterstreicht, wie wichtig gemeinsames europäisches Handeln ist, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Jedes EU-Mitglied alleine hat nur wenig Spielraum, um eigene Interessen durchzusetzen. Ihr findet die Analyse auf dieser Website. (MB)

„Erfahrungsbilanz Bürgergeld: Jobcenterbeschäftigte sehen kaum Verbesserungen“: Im aktuellen Wochenbericht des DIW (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) findet Ihr die Auswertung der Befragung von knapp 2.000 Job-Center-Mitarbeitern aus NRW zum Bürgergeld. Der Text stammt von Fabian Beckmann, Rolf G. Heinze, Dominik Schad und Jürgen Schupp. Die Befragung ist eine Klatsche für die Bundesregierung, die für das Bürgergeld verantwortlich ist. Mehr als 60 Prozent der Befragten sehen Verschlechterungen bei der Motivation der Leistungsberechtigten, bei der Mitwirkung, bei den Arbeitsanreizen und beim Lohnabstandsgebot. Das Bürgergeld ist bereits Wahlkampfthema. Diese Befragung liefert allen Kritikern zusätzliche Argumente. Auf dieser Website könnt Ihr den Wochenbericht lesen. (MB)

“Worldwide divergence of values”: Joshua Conrad Jackson und Danila Medvedev haben im Journal Nature Communications einen Artikel zur Entwicklung der Positionierung von Menschen aus 105 Ländern zu (westlichen) Werten geschrieben. Ihre These ist, dass sich Positionen in verschiedenen Ländern angleichen, wenn sich der wirtschaftliche Status verbessert. Das geben die Daten am Ende nicht her. Es trifft aber in einheitlichen Wirtschaftsräumen durchaus zu. Ich musste bei dem Text an Europa denken. Vielleicht stehen wir in der Europäischen Gemeinschaft enger zusammen, als es oft behauptet wird? Direkt aus den Daten ablesbar ist, dass sich die Welt bei der Übereinstimmung zu den betrachteten Werten eher auseinanderbewegt. Ihr könnt den Artikel auf der Website des Journals lesen. Vielen Dank an die SZ für den Hinweis. (MB)

„Geschäftsmodell Klimaschutz: Bereits 30 % der Unternehmen in Deutschland haben Klimaschutzgüter im Produktportfolio“: In einem aktuellen Report von KfW-Research bekommt Ihr einen Überblick zum Wirtschaftsfaktor Klimaschutz in Deutschland; geschrieben von Elisabeth Grewenig und Anke Brüggemann. Insbesondere in der Bauwirtschaft spielen Klimaschutzgüter und -dienstleistungen für viele Unternehmen eine wichtige Rolle. Das erstaunt nicht, denn die staatliche Regulierung ist ein wichtiger Treiber. Ihr könnt den Report direkt auf der KfW-Website lesen. (MB)