Lunch mit Susan Saß in der Digital Eatery? Mit Geduld gegen den Corona-Blues

QUIZ

„Es gibt gewisse Bereiche der Infrastruktur und der öffentlichen Daseinsvorsorge, die gehören in die öffentliche Hand. Und die dürfen nicht Marktmechanismen ausgesetzt werden.“

Herzlich willkommen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nächste Woche beschließt die MPK einen neuen #wieauchimmer-Lockdown, verbunden mit zusätzlichen, bürokratischen Lasten für die Wirtschaft. Da passt es gut, dass das alljährliche Bürokratieabbaupaket nahezu zeitgleich vom Kabinett verabschiedet werden soll. Seit nunmehr 15 Jahren sind der Normenkontrollrat und eine Abteilung im Bundeskanzleramt für den Bürokratieabbau verantwortlich. Die geschätzten bürokratischen Lasten werden seitdem in jedem neuen Gesetz ausgewiesen. Dennoch klagen alle Unternehmen über zu viel und immer neue Bürokratie. Wie passt das zusammen? Nun, auch wenn es der Bundesregierung gelingt, zum Beispiel mit der nun anstehenden Gesetzesinitiative, bürokratische Prozesse zu vereinfachen, kommt immer neue Regulierung hinzu. Komplett abgeschafft wird nichts. Wie könnte ein attraktives Wahlprogramm aus der Unternehmensperspektive ausschauen? Vielleicht wie ein weißes Blatt Papier.

Euer Matthias Bannas

In the Hood

Wöchentlich stellen wir Personen aus dem Kiez vor, befragen sie über das Stadtleben und die Politik in Berlin. Diese Woche haben wir mit Sarah Preiss, Director of Politics & Public Affairs bei Storymachine, gesprochen.

Bundestagsabgeordnete und -kandidaten stehen vor der Herausforderung für ihre eigene Person eine passgenaue Kommunikationsstrategie zu entwickeln. Wie machen sie das am besten?

Wir erleben seit einem Jahr, wie wichtig authentische Kommunikation ist. Themen, Botschaften und Kanäle müssen zur Person passen. Ohne digitale Medien gewinnt man heute keinen Wahlkampf mehr, sie sind aber auch nicht das Allheilmittel, wenn die Strategie nicht passt. Wer kontinuierlich kommunizieren will, kommt um Social Media und neue Formate kaum herum. Das bietet vor allem neuen KandidatInnen eine echte Chance. Deshalb: mutig und offen für Neues sein, informieren und diskutieren, da, wo die Zielgruppe ist.

Bei welchen politischen Herausforderungen ist Storymachine der naheliegendste Partner für Unternehmen und Wirtschaftsakteure?

Genau dann, wenn man als Unternehmen das Erzählen seiner Geschichte nicht anderen überlassen will. StoryMachine arbeitet datenbasiert und journalistisch. Wir vereinen Storytelling, klassische PR- und Medienarbeit mit Datenanalyse, Distribution Intelligence und technologischen Innovationen. Damit versetzen wir Marken und Menschen in die Lage, ihre größtmögliche Wirkungsmacht bei einer definierten, qualitativ hochwertigen Zielgruppe zu erreichen. Diesen Ansatz entwickeln wir für die klassische Public-Affairs-Arbeit weiter. Das finde ich nach 10 Jahren in diesem Bereich sehr spannend.

Was ist Dein Lieblingsort in Berlin-Mitte und warum ist das so?

Auf einen Lieblingsort will und kann ich mich nicht festlegen. Im Prinzip gehören all jene dazu, wo man morgens guten Kaffee und gelegentlich nach der Arbeit einen ordentlichen Aperol Spritz bekommt. Ich wünsche mir, dass wir nach Corona wieder zum Stammtisch der Women in Public Affairs in die Weinbar Freundschaft einladen können. Bis dahin suche ich bei StoryMachine einfach noch die Dachterrasse, die dann hoffentlich Lieblingsort-Potential hat. 😉

Read

Verbraucherschutz – kommen mehr Werbeverbote? Timm Bopp und Robin Arens von der Agentur Bernstein machen in diesem Text deutlich, dass der mündige Verbraucher nicht länger das politische Leitbild ist. An seine Stelle ist der zu unterstützende und zu schützende Verbraucher gerückt. Selbst die FDP spricht von einem realistischen Verbraucherleitbild. Der Druck auf die politischen Entscheider ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen, sich für Verbraucherschutz und Werbeverbote stark zu machen. Dieser Druck kommt auch von Institutionen wie der WHO. Dass die Parteien diesen Druck aufnehmen, zeigen auch die Parteiprogramme zur Bundestagswahl, in denen der hohe Stellenwert des Verbraucherschutzes betont wird. Lesenswert zum Thema ist die aktuelle Studie zum Kindermarketing ungesunder Lebensmittel in Internet und Fernsehen der Uni Hamburg, die unter anderem von der AOK gefördert worden ist. (MB)

Listen

Markus Guhl (Bund deutscher Baumschulen): „Lebenswerte Städte sind grün,“: sagt Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen. Die 900 Mitglieder des BdB produzieren die dafür erforderlichen Bäume. Das schlägt sich auch in der politischen Interessenvertretung nieder. Vom Pflanzenschutz bis zur Modernisierung des Bundesnaturschutzgesetzes, der Verband ist für eine Vielzahl komplexer und manchmal eben auch umstrittener Themen zuständig. Besonders wichtig ist es, jetzt geeignete Bäume in den Städten zu pflanzen, die mit dem Klimawandel zurechtkommen. Neben der politischen Interessenvertretung haben wir ausgiebig über interne Verbandsarbeit besprochen. Wie funktionieren die Gremien? Welche Rolle spielt die legendäre Wintertagung des BdB, die seit 1927 in Goslar stattfindet? Wenn Ihr mehr erfahren wollt, dann hört euch doch diesen berlinbubble Interview Podcast an.

Masken-Deals – Vertrauensverlust für die Union? Die Liste der sogenannten „Masken-Deals“ innerhalb der CDU/CSU wird immer länger. Welche Auswirkungen wird dies auf die kommende Bundestagswahl haben? Hat die Union nun endgültig das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler verspielt oder wird sich bis zum Herbst niemand mehr für die sich mehrenden möglichen Vorteilsnahmen innerhalb der Union interessieren. Wie kann sichergestellt werden, dass Abgeordnete sich nicht auf Kosten der Bevölkerung bereichern? Darüber sprechen Alice Greschkow, Egon Huschitt und Stefan Mauer im berlinbubble Podcast.

Watch

So high: Identitätspolitik, Antirassismus, „women studies“ und ein Statement zur Drogenpolitik; alles in dieser Komödie von 2001 auf Netflix. Wenn diese Themen heute diskutiert werden, passiert das oft auf einem viel zu hohen Agressionslevel. Dieser Film spielt immer wieder einzelne Fragen liebevoll in den Vordergrund und führt die Zuschauer gekonnt aufs Glatteis. Probiert es mit der englischsprachigen Version. Ich habe nicht immer alles verstanden, aber der Flow … (MB)

Learn

Digitale MdB-Kommunikation: Philipp Graefe berichtet in diesem Video über seine Arbeit im Büro des Bundestagsabgeordneten Andreas Steier. Klingt nicht spektakulär, ist es aber. Welche Rolle spielt die Website meines Abgeordneten? Die Website ist die zentrale Anlaufstelle, meint Graefe. Das stimmt, aber nicht bei jedem MdB. Macht es Sinn aktuelle Themen auf der Startseite herauszustellen? Das kann im Fall von Corona sehr erfolgreich sein. Wie produziere ich Content und passe diesen für die unterschiedlichen Kanäle an? … Schaut das Video an und lasst Euch inspirieren. (MB)

Know

Generation Z im Corona Blues? Das legt diese aktuelle Ipsos-Befragung nahe. Der Anteil der 14- bis 24-Jährigen, die angeben gute soziale Kontakte zu Freunden zu haben, ist im Befragungszeitraum um zehn Prozentpunkte auf 71 Prozent zurückgegangen. Das ist verbunden mit einem sinkenden Glücksgefühl und steigenden Zukunftsängsten. Bei den vorangegangenen Befragungen war das Glücksgefühl dieser Altersgruppe stets größer als bei älteren Gruppen. Nun haben sich die Werte angepasst. „Gebt jungen Menschen so schnell wie möglich ihre Freiheits- und Entfaltungsspielräume zurück.“ Das fordert Zukunftsforscher Horst Opaschowski. Dem stimme ich ausdrücklich zu. (MB)

Follow

Susan Saß: Eigentlich war Twitter mal ein soziales Medium. Leider entsteht heute bei vielen Debatten auf der Plattform der Eindruck, dass diese Zeiten unwiderruflich vorbei sind. Wer wissen möchte, wie freundliche Kommunikation auf Twitter trotzdem funktionieren kann und das eben nicht nur zu Wohlfühlthemen, der sollte Susan Saß folgen. Sie kommuniziert zu den Themen ihres Arbeitgebers – dem E-Commerce-Verband – und zu vielem mehr. (MB)

Attend

Gleichberechtigung und Föderalismus: Ist doch eigentlich naheliegend, die Schnittmenge beider Themen einmal zu diskutieren. Das macht die Hans-Seidel-Stiftung am 13.04.2021, um 14:30 Uhr. Eröffnet der Föderalismus Chancen gleichberechtigungspolitische Anliegen besser durchzusetzen und wo ist der Föderalismus eher ein Hemmschuh? Besonders interessant bei dieser Veranstaltung ist der internationale Blickwinkel in Gestalt der in Australien lehrenden Jura-Professorin Christine Forster. Hier könnt Ihr euch anmelden. (MB)

Stumble

Die zweite Roma-Biennale beginnt:

Am 8. April ist Welt-Roma-Tag. An diesem Tag beginnt die zweite Biennale mit über 50 Künstlerinnen und Künstlern. Sie findet teilweise online, teilweise vor Ort statt. Das Gorki-Theater ist dabei das Zentrum der Kunst, die historische Diskriminierung, Armut, Arbeitsmigration und das Leben der Roma-Bevölkerung thematisiert und viele Formate und Aktionen streamt. Die Biennale will moderne Roma-Communities zeigen, die nicht in exotischen Stereotypen folkloristisch tanzen, sondern aktivistische Stimmen entwickeln und die Probleme ihrer Gemeinschaften offen ansprechen. Die Biennale läuft noch bis zum 21. Oktober.
tagesspiegel.de

Introduce

Über ein Jahrhundert Glamour im Admiralspalast:

Direkt an der S+U Friedrichstraße liegt einer traditionsreichsten Veranstaltungsorte in Berlin-Mitte: Der Admiralspalast. Dabei war Ende des 19. Jahrhunderts dort etwas anderes als der heutige Theater- und Showbetrieb. Eine Solequelle war bei Bauarbeiten zufällig entdeckt worden. Die “Admirals-Gartenbäder” wurden zu einer beliebte Anlaufstelle. 1911 vollzieht sich der Wandel zum Admiralspalast. Mit dem Umbau gibt es eine Eislaufarena, die Tag und Nacht geöffneten russisch-römische Luxus-Thermen, ein Römisches Café, vier Kegelbahnen und ein luxuriöses Lichtbild-Theater. Auch Eishockeyspiele und Boxkämpfe werden im frühen 20. Jahrhundert in der großen Halle ausgetragen. In den 1920-ern folgt ein weiterer Umbau zum Welt-Varieté” im Art-deco-Stil. Während der NS-Ära fungiert der Admiralspalast als Erholungsstätte und bleibt weitgehend von den Bombardierungen auf die Stadt verschont. In der Nachkriegszeit gab es wechselnde Cabaret- und Theaterkonzepte rund um den Admiralspalast, der als Gründungsort der SED ein DDR-Denkmal war. Das Haus musste auch für einige Jahre den Betrieb einstellen, eröffnete 2006 jedoch erneut und begeistert mit Spektakeln und Shows Touristen wie echte Berliner.
admiralspalast.theater

Eat and drink

Kann Microsoft kochen? Vielleicht kann Microsoft sogar kochen. Sehr gut kochen kann auf jeden Fall das Team der Digital Eatery im Gebäude von Microsoft Berlin (Unter den Linden 17). Mittags gibt es für 7 bis 9 Euro drei Gerichte zur Auswahl: ein Salat, einmal Pasta und einmal komplettes Essen. Alles ist wunderbar abgeschmeckt. Das Gemüse ist knackig und frisch. Saisonale Besonderheiten finden Berücksichtigung. Zu Ostern gab es passgenau falscher Hase. Hinzu kommen frischgepresste Säfte, Sandwiches, Kuchen und sehr gut gemachter Kaffee. Offen ist aktuell: Montag bis Freitag – 11:00 – 15:00 Uhr. (MB)

Buy

Boris Johnson meets Winston Churchill: Wer den britischen Premierminister besser verstehen möchte, sollte dessen Biografie von Winston Churchill lesen. Der Vergleich der beiden Herren ist vermessen. Was die beiden eint, ist das sie sich nie dafür zu schade waren, sich gegen ihre eigene Partei zu profilieren. Churchill hat sogar mehrfach die Partei gewechselt. Der größte Verdienst Churchills ist, dass er sich in dem Moment, als es drauf ankam, ohne wenn und aber gegen Nazideutschland gestellt hat. Die Entscheidung Johnsons für den Brexit war eher von Opportunismus geprägt. Ihm ist es aber – im Gegensatz zur EU – gelungen, erfolgreich Corona-Impfstoffe einzukaufen. (MB)

Explain

Das Schadowhaus war einst ein royales Geschenk:

Was heute in der Schwadowstraße 11-12 Teil des Bundestags ist, war einst ein Geschenk des preußischen Königs an Johann Gottfried Schadow (1764-1850). Der klassizistische Künstler hat unter anderem mit der Quadriga am Brandenburger Tor das Gesicht der Stadt geprägt. 2013 wurden die Renovierungen des Schadowhauses beendet. Besonders herausfordernd war die Dachstuhlsanierung. Um die Standards des Denkmalschutzes einzuhalten, wurden nur historische Baustoffe eingesetzt. Der ehemalige Bundestagsvizepräsident Dr. Wolfgang Thierse eröffnete 2013 das renovierte Schadowhaus, in welches das Kunstreferat der Bundestagsverwaltung beherbergt wurde.
bundestag.de

Work

Referent:in für Advocacy (m/w/d) beim SOS-Kinderdorf:  politjobs.de

Director Public Affairs (m/f/d) bei Portland: politjobs.de

Social-Media-Redakteur:in für Politik im digitalen Wandel (m/w/d) bei polisphere: politjobs.de

Berater:in/Projektmanager:in Kommunikationskampagnen (m/w/d) bei ADVERB: politjobs.de

Referent:in (m/w/d) für die politische Interessenvertretung – Schwerpunkt Sustainable Finance / Nachhaltigkeit bei Verband öffentlicher Versicherer: politjobs.de

Quiz-Auflösung

Janine Wissler (Die Linke) in diesem Deutschlandfunkinterview.

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