Klaus Lederer, PR für Politiker und Princess Cheesecake

QUIZ

„Wenn wir nicht umsteuern in Richtung Marktwirtschaft, werden wir Wohlstandsverluste hinnehmen müssen, die am Ende auch den Sozialstaat schwächen.“

Herzlich willkommen

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Afghanistan führt uns vor Augen, dass die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik reformbedürftig ist. Ohne die Amerikaner sind Deutsche und Europäer aufgeschmissen, wenn es hart auf hart kommt. Es fehlt an militärischen Fähigkeiten. Da die europäische Verteidigungszusammenarbeit ein Prozess ist, der erst mittel- schlimmstenfalls erst langfristig erfolgreich sein wird, sollte Deutschland jetzt handeln. Mehr Geld und Wertschätzung für die Bundeswehr, ein Verzicht auf Bedenkenträgerei bei der Beschaffung neuer Waffensysteme und eine effektive Zusammenarbeit mit der Verteidigungsindustrie wären Handlungsoptionen. Auf der anderen Seite ist die außenpolitische Kompetenzverteilung zwischen Außenministerium und Kanzleramt nicht der Weisheit letzter Schluss. All das spricht für viel Arbeit bei den Koalitionsverhandlungen.

Euer Matthias Bannas

In the Hood

Wöchentlich stellen wir Personen aus Berlin vor, befragen sie über das Stadtleben und die Politik in Berlin. Diese Woche haben wir mit Klaus Lederer gesprochen. Er ist Bürgermeister und Senator für Kultur und Europa in Berlin und Spitzenkandidat der Partei Die Linke im Wahlkampf um das Berliner Abgeordnetenhaus.

Foto von © DIE LINKE. Berlin

Was ist Ihr wichtigstes Projekt?
Ganz zentral für mich ist es, dass wir die soziale Spaltung in unserer Stadt überwinden und dafür sorgen, dass Berlin lebenswert und bezahlbar bleibt. Und zwar für alle Menschen, unabhängig von ihrem Geldbeutel oder ihrer Herkunft. Deshalb wollen wir weiter ordentlich in die öffentliche und in die sozio-kulturelle Infrastruktur unserer Stadt investieren: Öffis, der Seniorentreff an der Ecke, die Kiezbibliotheken, gute Kitas und Schulen. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bleibt natürlich ebenfalls ein Schwerpunkt.

Was setzen Sie auf jeden Fall in die Tat um, wenn sie an der nächsten Berliner Regierung beteiligt sind?
Mit einem Wohnungs- und Mietenkataster wollen wir Transparenz in den Berliner Wohnungsmarkt bringen und den Neubau bezahlbarer Wohnungen nochmal vorantreiben. Zudem wollen wir eine Ticketreform beim Öffentlichen Nahverkehr angehen. Die Entlastung der Pflegekräfte in den Krankenhäusern steht auch ganz oben auf unserer Agenda. Um Kultureinrichtungen nach dem Lockdown die Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu ermöglichen, wollen wir ein Neustartprogramm für die Berliner Kultur auflegen.

Das Regierungsviertel in Berlin-Mitte ist eine eigene Welt. Wie lässt sich das Regierungsviertel besser mit der Stadt verknüpfen?
Als erstes möchte ich hervorheben, dass durch die sorgfältige Gestaltung des öffentlichen Raums und der neuen Grünanlagen das Regierungsviertel schon heute recht gut mit der Stadt verknüpft ist. Auch das Futurium leistet hier einen Beitrag zur Belebung. Alle weiteren Bemühungen Berlins, durch lebendige Erdgeschosse die Verwaltungsmonotonie zu durchbrechen, sind allerdings an Sicherheitsbedenken gescheitert. Da besteht wenig Aussicht, dass sich das absehbar ändern wird, leider. Ob die Debatte um das im Band des Bundes ursprünglich vorgesehene Bürgerforum wieder Auftrieb erhält, hängt ganz klar vom Engagement der Bundesebene dafür ab.


Was ist Ihr Lieblingsort in Berlin-Mitte? Und warum ist das so?

Es gibt viele. Das Rathausforum, der Monbijoupark, aber auch der „Ausguck“ im Humboldthain oder die Neue Nationalgalerie. Aber der Rosa-Luxemburg-Platz, mit dem verbinde ich ein Jahrzehnt täglichen Arbeitswegs: Räuberrad, Wiese, Galerien und Gastronomie, das Kino Babylon und der großartige Theaterbau der Volksbühne, der Blick auf den Fernsehturm… dort lässt es sich an warmen Sommerabenden wunderbar Berlin genießen.

Read

Besser bilden – ein Blick auf die Wahlprogramme: Bildungspolitik ist Ländersache. In den Landeswahlkämpfen spielt sie oft eine entscheidende Rolle. Das Thema hat aber soviel emotionale Kraft, dass es auch im btw21 nach vorne rutschen könnte. Aber sind die Parteien darauf gut vorbereitet? Hannah Bethke hat in diesem Text sehr gut aufgeschrieben, wo die Schwachstellen sind. Es es geht in den Wahlprogrammen um Diversity und Chancengleichheit. Ideen für mehr Exzellenz fehlen. (MB)

Listen

Kannst du Wirtschaft Thomas Heilmann? Thomas Heilmann ist CDU-Kandidat im Berliner Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf. Bevor der als Quereinsteiger in die Politik gekommene Jurist und Unternehmer 2017 in den Deutschen Bundestag gewählt wurde, war er u.a. vier Jahre lang Justizsenator in der Hauptstadt. In diesem Podcast mit Ralf-Michael Löttgen geht es um: Gesundheitswirtschaft, Folgen der Pandemie, Fachkräftemangel, Verkehrspolitik, Startups und die Zukunft von Bargeld.


Der neue IPCC-Report – ist Papier geduldig? Der neue IPCC-Report warnt vor einer weltweiten Zunahme von Extremwetterereignissen. Er arbeitet zweifelsfrei heraus, dass der Klimawandel menschengemacht ist. Der Report enthält verschiedene Projektionen. In diesem berlinbubble Podcast geht es um die Fragen: Beeinflusst der neue IPCC-Report die Positionierung der Parteien im Bundestagswahlkampf? Die Grünen fordern eine Vorverlegung des Kohleausstiegs. Ist das durchsetzbar? Welche Rolle spielt der IPCC-Report in der Klimaschutzdebatte?

Watch

Learn

PR für Politiker: Politiker, die in den Medien vorkommen, lassen keine Pressemitteilungen schreiben. Sie versorgen ausgewählte Medien mit exklusiven Zitaten und Papieren. Bei der Auswahl der Partner ist entscheidend, welche Reichweite diese haben, ob sie auch von anderen Medien aufgegriffen werden und ob der Spin zur politischen Positionierung passt. Auch ein linker Politiker kann gut mit BILD zusammenarbeiten. Mehr erfahrt Ihr in diesem freizugänglichen Text von Hendrik Widuwilt auf Übermedien. (MB)

Know

Plattformen regulieren – Wettbewerbsverzerrungen begrenzen: Wenn es in Europa auch weiterhin Wettbewerb und bestreitbare Märkte geben soll, ist eine strengere Plattformregulierung alternativlos. Das gilt für alle Plattformen, die nach den Gesetzen der Aufmerksamkeitsökonomie funktionieren. In dem Paper „Total consumer time: A new approach to identifying digital gatekeepers des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE) ist das Thema kurz und knackig zusammengefasst. Je mehr Nutzer, mehr Zeit auf einer Plattform verbringen und je stärker sie dabei interagieren, desto mehr Marktmacht bekommen diese Plattformen. Diese „Total Consumer Time“ könnte ein geeigneter Indikator für eine effektive Plattformregulierung sein. Kern des Papers ist eine Studie. Anhand aktueller Daten der Resonanz auf Werbung von Zalando wird herausgearbeitet welchen Spielraum Plattformen haben, Aufmerksamkeitsströme zu lenken. Ob die Einführung von Reels durch Instagram aber wirklich ein passender Vergleich ist, da bin ich mir nicht sicher. Entscheidet selbst. (MB)

Follow

Hildegard Müller: Ist LinkedIn eine Unterabteilungsleiterplattform, wie Markus Feldkirchen neulich geschrieben hat? Ich denke nein. Denn nun hat auch die mutmaßlich bestbezahlteste Verbandsgeschäftsführerin Berlins einen Account. Sie ist das Gesicht des VDA. Ich bin gespannt, ob es der Kommunikationsabteilung des Verbandes gelingt, dem Account etwas personal touch einzuhauchen oder ob es ein weiterer Verlautbarungskanal des VDA wird. (MB)

Attend

Data Debates #19 | Die Zukunft des Arbeitens: Was bleibt von der digitalen Revolution durch die Pandemie?: Das Arbeitsleben hat sich von Millionen Beschäftigten massiv durch die Corona-Pandemie verändert. Das wiederum wurde vor allem durch die voranschreitende Digitalisierung ermöglicht. Nun stellt sich die große Frage: Wie werden wir arbeiten, wenn die Pandemie vorbei ist? Bei der 19. Tagesspiegel Data Debates am 13. September von 15:00 – 16:00 Uhr sind alle eingeladen, diese und weitere Fragen mit Arbeitsminister Hubertus Heil, Nicole Gerhardt, Personalvorständin Telefónica Deutschland und Dr. Hannes Zacher, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Leipzig, zu diskutieren. In dem Online-Event sollen auch ganz bestimmte Fragen diskutiert werden wie zum Beispiel: Welche Rollen müssen in Zukunft Fort- und Weiterbildungen auf unserem Arbeitsmarkt spielen? Wie wird das Arbeiten im Büro nach der Pandemie aussehen? Werden Arbeitsformen (Präsenz, Digital oder Hybrid) zum Wettbewerbsfaktor für Unternehmen? Und wie schaffen wir es, der Spaltung des Arbeitsmarktes und letztlich der Gesellschaft entgegenzuwirken?
basecamp.digital

Stumble

Filmvorführung “Made in Bangladesh” anlässlich der Fairen Woche 2021: Vom 10. bis 24. September 2021 findet bundesweit die Faire Woche statt. Unter dem diesjährigen Motto “Zukunft fair gestalten – #fairhandeln für Menschenrechte weltweit” soll gezeigt werden, wie eine menschenwürdige und nachhaltige Wirtschaft gestaltet werden kann. Das Bezirksamt Mitte und das Kino für Moabit zeigen den preisgekrönten Spielfilm “Made in Bangladesh”, der die Geschichte von Shimu, einer Textilarbeiterin in Dhaka erzählt. Die Arbeitsbedingungen sind von Ungerechtigkeit und Ausbeutung geprägt. Bei einem Brand in der Fabrik stirbt eine Kollegin, weitere Frauen werden schwer verletzt. Shimu beschließt gegen die menschenunwürdigen Bedingungen vorzugehen, als auch noch die Lohnzahlungen ausbleiben. Der Film wird am 22.9. um 19:30 Uhr in der Heilandskirche Tiergarten gezeigt. Eine vorherige Anmeldung ist notwendig, es gilt die 3G-Regel.
berlin.de

Introduce

Umbaupläne in Berlin-Mitte – Boulevard Unter den Linden soll umgestaltet werden: Ab Oktober wird die Allee in Mitte umgebaut. Die Bürger sollen über die langfristige Gestaltung mit mehr Bäumen und ohne Autoverkehr mitbestimmen. Verkehrssenatorin Regine Günther von den Grünen, stellte am Montag zusammen mit ihren Abteilungsleitern Pläne für die zentrale Meile im historischen Zentrum vor. Neben der Umgestaltung wurden zum ersten Mal verschiedene Ideen präsentiert, wie die Linden nach einem Komplettumbau aussehen könnten, samt breiteren Gehwegen, dem Ende des Autoverkehrs und einer zusätzlichen Achse aus Nussbäumen. Dies soll der Auftakt zu einer stadtweiten Debatte sein. Es sei ein sehr wichtiges Projekt für die ganze Stadt und das Gesicht von Berlin, sagte Günther. Deswegen sei es wichtig, frühzeitig zu zeigen, was geplant sei. Man wolle keine Fakten schaffen, sondern zu einem Zeitpunkt, wo sehr viele Ideen in der Diskussion seien, mit vielen Beteiligten darüber diskutieren.
tagesspiegel.de, berliner-zeitung.de

Eat and drink

Princess Cheesecake: Käsekuchen, Käsekuchen, Käsekuchen, die Vielfalt im Angebot dieses Cafés deckt sich mit einer vielseitigen Nachfrage. Mein Klassiker ist der gebackene Käsekuchen, die amerikanische Variante hat mit den Coffeeshops und dem Barcomis in Berlin Einzug gehalten. Im Princess Cheesecake gibt es zahlreiche weitere Variationen. Der Kaffee ist gut. Die Adresse ist Tucholskystrasse 37. Geöffnet ist von 10:00 bis 20:00 Uhr. (MB)

Buy

Explain

Protest gegen Ausgrenzung und Rassismus in Berlin-Mitte: Am Sonnabend demonstrierte das Bündnis “#unteilbar” in Berlin und es waren mehr als 340 Organisationen beteiligt. Die Polizei sprach von rund 10.000 Teilnehmern. Demonstriert wurde für Menschenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit. Ein Bündnis aus mehr als 340 Organisationen und Initiativen, darunter etwa das Deutsche Kinderhilfswerk, Amnesty International, Fridays for Future, der Deutsche Gewerkschaftsbund oder auch der Berliner Mieterverein hatten zu der Demonstration aufgerufen. Die Polizei äußerte sich anschließend zudem positiv zum Verlauf der Veranstaltung.
tagesspiegel.de, berliner-zeitung.de

Work

Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore e.V. (BWO) sucht (Senior-) Manager:in für Politik und Regulatorik (m/w/d) politjobs.de
Bürgerbewegung Finanzwende sucht Campaigner:in (m/w/d) politjobs.de
VDI Zentrum Ressourceneffizienz GmbH sucht Policy Analyst (m/w/d) Ressourceneffizienz politjobs.de
Allianz Kultur-und Umweltstiftung sucht Leitung Kommunikation (w/m/d) für die Allianz Kultur- und Umweltstiftung politjobs.de
Baden-Württemberg Stiftung sucht Referent:in Digitalisierung (m/w/d) politjobs.de

Quiz-Auflösung

FDP-General Volker Wissing im Spiegel Nr. 34

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