Parlamentarischen Abend vom Junger Wirtschaftsrat
Freitag, 10. Oktober 2025
„Es lohnt sich über Freiheit zu reden, weil sie nicht selbstverständlich ist.“ So moderierte der ehemalige Thüringer CDU-Chef Mike Mohring den Parlamentarischen Abend vom Junger Wirtschaftsrat vergangenen Freitag an. Dieser trug passenderweise den Titel „Rückkehr zum mündigen Bürger – weniger Staat, mehr Vertrauen“. Mohring erinnerte an die historische Demonstration in Leipzig vom 9. Oktober 1989, die maßgeblich zum Ende der DDR beigetragen hat – er nahm daran teil. „Die Sehnsucht nach Freiheit hat die Mauer zum Einstürzen gebracht.“ Schöner hätte er es nicht ausdrücken können.
Neben Caroline Bosbach MdB und dem Mitglied im FDP-Bundesvorstand, Torsten Herbst, nahmen auch Georg Stecker (Die Deutsche Automatenwirtschaft e.V.) und Christian-Moritz Thorn (LÖWEN ENTERTAINMENT) an der Eröffnungs-Diskussionsrunde teil. Die Idee hinter dieser Besetzung ist naheliegend: Kaum eine andere Branche ist so streng reguliert wie das Hashtag#Glücksspiel.
In Berlin beispielsweise sei es sogar verboten, in Spielhallen kostenlos ein Glas Wasser anzubieten, erklärte Thorn. Viele Details der aktuellen Regulierung hätten den Konsumenten aus dem Blick verloren und sein auch für den Spielerschutz evident unwirksam. Im Ergebnis nehmen illegale Angebote bundesweit stark zu: Experten schätzen den Schwarzmarktanteil auf ein Drittel bis zur Hälfte. In Berlin ist das Bild mit etwa 80 Prozent illegalen Automaten besonders drastisch. Der Verbraucherschutz gerate so völlig aus dem Blick, machte Thorn deutlich. Und was tun? „Das beste Mittel ist ein starkes legales Angebot,“ so Stecker.
Wichtig sei es „die Millionen Erwachsenen, die in ihrer Freizeit an Glücksspielangeboten teilnehmen, endlich wieder ernst zu nehmen“, forderte Thorn. Verstehen müsse man die unterschiedlichen Wünsche bei der Freizeitgestaltung eines jeden zwar nicht – die Vielfalt sollte man jedoch anerkennen und den Bürgerinnen und Bürgern mit Respekt begegnen.
Wir alle hätten ein Recht auf freie Entfaltung, somit auch auf Freizeit-Freiheit. Das wäre ein zentrales Generationenversprechen unserer pluralistischen Gesellschaft, so Thorn. Das sah Stecker auch so: „Das selbstbestimmte Freizeitverhalten der Menschen gehört zu den ganz elementaren Rechten.“ Wer mehr über Freizeit-Freiheit erfahren möchte, sollte sich dazu die gleichnamige Kampagnenwebsite von LÖWEN ENTERTAINMENT anschauen.
Es ging aber bei der Veranstaltung nicht nur ums Thema Glücksspiel. Der stellvertretende Bundesvorsitzender der FDP, Henning Höne MdL, ging auf die Aktivrente ein und forderte die Berücksichtigung von Selbstständigen. Caroline Bosbach MdB blickt sehr optimistisch in die Legislatur. Die Brosius-Gersdorf-Abstimmung habe gezeigt, dass es in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion viele selbstbewusste Abgeordnete gibt. Und es gab auch handfeste Kritik an der Bundesregierung. „Wenn man den Herbst der Reformen ankündigt, muss man liefern oder man kündigt ihn nicht so stark an“, so Mohring.