Was ein Jahresauftakt!?, Hilfe für Behörden bei Social-Media, Trumps neue Weltordnung im Praxistest, Muppet-Show in der Oper, Neue Ideen für Europas Selbstbehauptung, Großspenden
Was ein Jahresauftakt!?, Hilfe für Behörden bei Social-Media, Trumps neue Weltordnung im Praxistest, Muppet-Show in der Oper, Neue Ideen für Europas Selbstbehauptung, Großspenden
Welcher Staatschef sorgte Anfang 2026 mit einer bizarren Inszenierung mit Gabelstapler und Schaufel für Schlagzeilen?
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.
Die ganze Geschichte beim Stern.
Welcome
Das Jahr ist kaum eine Woche als, da benehmen sich die Weltakteure schon wie nach dem dritten Espresso in der Espresso-Bar in der Reinhardtstraße. Kanzler Friedrich Merz verspricht Bundeswehr zur Absicherung eines derzeit sehr theoretischen Waffenstillstands in der Ukraine. Wesentlich konkreter ist US-Präsident Donald Trump vorgegangen, der Venezuelas Präsident Nicolas Madura gefangengenommen hat. Zum Glück noch nicht ganz so konkret in der Umsetzung sind Trumps Gelüste nach Grönland; angeblich bräuchten die USA die Insel mit den vielen Rohstoffen ganz dringend für die nationale Sicherheit.
Im Südwesten Berlin sitzen plötzlich Zehntausende im Dunkeln; aber jammern hört, sieht und liest man vor allem jene Villenbesitzer, Promifrauen und Hauptstadt-Journalistinnen, die dank Akku, Auto und Insta-Account doch schnell wieder auf „Posten“ klicken konnten und dokumentierten vor dem eigenen Kaminfeuer sehr öffentlich, wie unzumutbar so ein Stromausfall wirklich ist.
Das kann ja ein Jahr werden!
Euer Egon Huschitt
für Themen und Ideen zu erreichen unter e.huschitt@novalismedienhaus.de
Christiane Germann hilft Behörden bei Social-Media
Du veranstaltest regelmäßig das Bundes-LinkedIn-Cafe – was steckt dahinter?
Das Bundes-LinkedIn-Café ist eine kostenlose, virtuelle Eventreihe speziell für Mitarbeiter:innen aus Behörden und politischen Organisationen – also für große Teile der berlinbubble :). Wer auf LinkedIn besser werden möchte und im Politikbetrieb oder im öffentlichen Dienst arbeitet, sollte sich direkt auf der Website anmelden. Wir laden jedes Mal eine:n spannende:n Gastreferent:in ein und sprechen über LinkedIn, Sichtbarkeit, politische Kommunikation und Personal Branding.
Ich persönlich finde, dass gerade bei vielen Politiker:innen – sei es aus dem Bundestag oder aus der Berliner Landespolitik – in Sachen LinkedIn noch extrem viel Luft nach oben ist. Ich höre oft: „Noch ein Kanal? Ich mache doch schon Instagram!“ Die Relevanz, die LinkedIn inzwischen gerade auch für politische Themen hat, wird zu meinem Erstaunen noch nicht von allen Volksvertreter:innen gesehen.
In wiefern verändert Künstliche Intelligenz wie ChatGPT die Social-Media-Kommunikation von Behörden?
Für die Behördenkommunikation sind ChatGPT und Co. ein Segen. KI kann Ideen für Social-Media-Posts liefern, Strategien ausformulieren oder auch auf Knopfdruck Website-Texte in Leichte Sprache übersetzen. Das alles hat früher lange gedauert oder war teuer. Ein guter Social-Media-Auftritt einer Behörde ist viel Arbeit, mit KI lassen sich manche Aufgaben aber effizienter gestalten. KI sollte daher in der Behördenkommunikation mit offenen Armen empfangen werden.
Was ist Dein Lieblingsort in Berlin?
Mein neuer Kiez rund um den Amtsgerichtsplatz in Charlottenburg! Ich bin dort kurz vor Weihnachten hingezogen und liebe es, diesen sehr lebendigen und schönen Teil von Berlin täglich mehr zu entdecken – sei es die Suarezstraße mit ihren Antiquitätenläden, die Leonhardtstraße – quasi der Prenzlauer Berg von Charlottenburg, oder die Schlossstraße. Meine Restaurant-Tipps: das israelisch/georgische „Sara & Gogi“, der Italiener „Cantinella“ und die „Picoteo Tapas Bar“. Und die Brötchen in der „Wilmina“-Bio-Bäckerei sind noch leckerer als bei „Zeit für Brot“.
Christiane Germann ist Social-Media-Beraterin für Behörden und Politik. Die Ex-BMI-Beamtin führt in Berlin ihre eigene Kommunikationsagentur amtzweinull, ist Co-Autorin des Standardwerks „Dialog! Social Media für Behörden, Politik und Organisationen“ und veranstaltet seit einem Jahr gemeinsam mit Wolfgang Ainetter das monatliche Bundes-LinkedIn-Café.
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2025 sprudelten die Parteikassen allein mit Großspenden ordentlich
Die CDU sammelte rund 6,2 Millionen Euro an Großspenden ein – mehr als jede andere Partei. Dahinter landete die AfD, die 5,1 Millionen bekam, darunter auch eine mutmaßlich illegale Großspende aus Österreich. Überraschend auf Platz drei: Die nicht mehr im Bundestag vertretene FDP. Während Unternehmen wie Bitpanda ihre Zuwendungen als Beitrag zur „Mitte“ verkaufen, warnen Politikwissenschaftler vor dem fatalen Eindruck, dass politische Einflussnahme käuflich sei. Großspenden beginnen bei 35.000 Euro und müssen unverzüglich dem Bundestag mitgeteilt werden, wo sie dann veröffentlicht werden. Spenden unterhalb dieser Schwelle werden im Jahresbericht zusammengefasst.
Neue Ideen für Europas Selbstbehauptung: In der Winterausgabe 2026 von Internationale Politik Quarterly geht es um die Frage, wie Europa seine Handlungskraft in einer unruhigen Welt stärken kann und welche neuen politischen Ansätze es dafür braucht. Das Heft verspricht eine breite Perspektive auf europäische Sicherheits- und Außenpolitik, von der strategischen Rolle der EU in den globalen Machtverschiebungen bis zu konkreten Vorschlägen, wie die Europäer ihre wirtschaftliche, militärische und technologische Resilienz erhöhen können.
Trumps neue Weltordnung im Praxistest: In der neuen Folge des Auslandsjournal-Podcasts „Der Trump-Effekt“ auf ZDF.de nehmen Katrin Eigendorf, Ulf Röller und Elmar Theveßen den jüngsten US-Militäreinsatz in Venezuela und Trumps offen formulierte Begehrlichkeiten gegenüber Grönland und Kuba zum Anlass, seine Vorstellung einer globalen Machtordnung zu sezieren. Das Trio diskutiert, ob hier ein neues Modell für Regime-Change à la Trump erprobt wird – und welche Signalwirkung das für andere autoritäre Staaten hat. Für alle, die wie ich, langsam den Überblick über Drohkulissen, Sanktionen und militärische Eingriffe verlieren, ist die Folge eine hilfreiche Einordnung, weil sie erklärt, wie Trump Machtprojektion, Erpressung und ökonomischen Druck zusammendenkt – und was das für Europa und die internationale Ordnung bedeutet.
Muppet-Show in der Oper: Wer beim Dreikönigstreffen 2026 in Stuttgart kurz eingenickt ist, wurde spätestens wach, als Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Wolfgang Kubicki in der Loge auftauchten und die Oper in eine politische Muppet-Show verwandelten: Von oben kommentieren die beiden als liberale Statler-und-Waldorf-Version mit viel Selbstironie das Elend der FDP, lästern über Reihen, Klang und „Drama“ auf der Bühne und führen zugleich vor, wie viel Leben in einer Partei stecken kann, die gerade um ihre Existenz kämpft. Wer sehen will, wie zwei FDP-Oldies ihrer eigenen Truppe charmant die Show stehlen, sollte sich das Video auf YouTube unbedingt anschauen.
Mehr Deckel als Kannen, weniger Schloss als Baustelle: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier muss einpacken (lassen). Schloss Bellevue und das Bundespräsidialamt werden generalsaniert – das Dach undicht, die Lüftung lahm, die Fenster alles andere als präsidial. Auf der Umzugsliste: der Weinkeller, tausende Akten, 234 Bilder, ungezählte Teller – und das Rätsel, warum es mehr Kaffeekannendeckel als Kannen gibt. Kosten und Zeitplan? Noch so unklar wie die Wasserleitung im alten Bellevue.
Bund funktioniert nicht wie Land: In vielen Bundesländern gelingt das Regieren erstaunlich ruhig – im Bund dagegen bleibt Streit der Normalzustand. Laut einer Infratest-dimap-Umfrage sind 78 Prozent der Deutschen mit der Arbeit der Regierung unzufrieden. Während Länderchefs wie Hendrik Wüst, Anke Rehlinger oder Winfried Kretschmann für Stabilität und Pragmatismus stehen, zerreibt sich die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD im Dauerclinch um Renten, Finanzen und Posten. Gründe liegen laut Handelsblatt in unterschiedlichen Themenlagen, geringerer medialer Beobachtung und klareren Zuständigkeiten in den Ländern. Auch die vergleichsweise solide Finanzlage der Länder und weniger personelle Doppelbelastungen tragen zur besseren Regierungsfähigkeit bei.
Falk Steiner ist für alle spannend, die Politik und Digitales manchmal auch ein Stück abseits der ausgetretenen Pfade verfolgen wollen. Auf LinkedIn kommentiert er aktuelle Debatten oft mit einer leicht schrägen, aber klugen Perspektive, die Zusammenhänge sichtbar macht, über die man sonst leicht hinwegscrollen würde. Genau deshalb lohnt es sich, ihm zu folgen: Man bekommt nicht nur Nachrichten, sondern auch Denkanstöße, die im Berliner Politikbetrieb eher die Ausnahme sind.
In der kommenden Woche lohnt sich ein Abstecher ins Maxim Gorki Theater: Unter dem Titel Make America Mute Again: Wie Trump die Pressefreiheit zerstört diskutieren am Montag, 12. Januar ab 19:30 Uhr Expert:innen wie Klaus Brinkbäumer, Monika Bauerlein, Sebastian Schäfer und Maral Jekta – moderiert von taz-Chefredakteurin Barbara Junge – über die systematischen Angriffe des US-Präsidenten auf unabhängige Medien, deren Folgen für Journalist:innen weltweit und die Rolle von Exilmedien, ergänzt durch Video-Statements u. a. aus den USA. Veranstalter ist „Reporter ohne Grenzen“.
Château Royal in Mitte ist für einen langen, ziemlich hedonistischen Abend genau die richtige Adresse: Wer sich einmal „königlich“ bewirten lassen will, startet zum Beispiel mit Austern und Bollinger und schaut dann, was die Karte noch bietet – alles im stylischen Bar-Restaurant, das eher nach Paris als nach Neustädtischer Kirchplatz klingt. Portionsgrößen und Preise bewegen sich in der zu erwartenden Liga. Geöffnet ist das Chateau Royal für einen Mittagstisch von 12 bis 14:30 und Abends von 18 bis 22 Uhr.
Späti Zitrone heißt der Laden in der Friedrichstraße 114 (zwischen Mittelstraße und Unter den Linden), vielleicht habt ihr ihn schon gehört, wenn auf der Ecke unterwegs war. Anfangs schepperte laute Musik von dort – unüberhörbar. Aber der Späti schließt mit seinem klassischen Späti-Angebot aus meiner Sicht eine Lücke auf der Ecke. Klassisch Süßigkeiten, Snacks und Bier. Wer dem Bahnhof Friedrichstraße entgehen möchte und kurz was braucht wird Sonntag bis Mittwoch bis 0:30 Uhr versorgt, Donnerstags bis Samstags sogar bis 3 Uhr.
Politikinteressierte Werkstudierende (m/w/d) sucht das Novalis Medienhaus: Du checkst morgens erst die Newsletterlage, bevor Du ans Frühstück denkst, und erklärst im Freundeskreis als Einzige*r, was der AI Act wirklich bedeutet? Dann könntest Du gut zu uns passen. Das Novalis Medienhaus in Berlin-Mitte sucht redaktionelle Unterstützung für seine Newsletter zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wenn du aktuelle Themen gerne einordnest, präzise schreibst und Lust hast, journalistische Erfahrung in einem engagierten Team zu sammeln, freuen wir uns auf deine Bewerbung. Mehr auf politjobs.com
Referent (m/w/d) – politische Bildungsformate und Community-Management bei der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, Leitung der Öffentlichkeitsarbeit (m/w/d) beim Zentrum Liberale Moderne, Digital Campaigns Consultant bei Future Advocacy, Vollzeit-Praktikum im Bereich Unternehmenslobbying/Public Affairs bei der DHL Group, Office-Manager:in (m/w/d) in Teilzeit bei runningyouroffice
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