60 Prozent der Amerikaner für Bail-Out der Banken
Als Bundeskanzler Olaf Scholz letzte Woche sagte, dass die Deutsche Bank eine „sehr profitable Bank“ sei und es keinen Anlass gebe, sich „irgendwelche Gedanken zu machen“, war ich in großer Sorge, erneut eine Weltfinanzkrise wie 2007/2008 erleben zu müssen. Die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers löste 2008 einen globalen Schock auf den Finanzmärkten aus. Wie damals liegt heute der Ursprung der Krise in den USA. Der Pleite der Silicon Valley Bank am 10. März folgte die New Yorker Signature Bank. Dann schwappte die Krise nach Europa und zwang die systemrelevante Schweizer Bank Credit Suisse letzte Woche zur Übernahme durch UBS. Glaubt man der öffentlichen Meinung, ist eine Ausweitung der Krise jedoch 2023 nicht zu befürchten. Nach einer Ipsos Umfrage zeigen nur knapp über die Hälfte der Amerikaner (51%) Interesse an dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank. Ein panischer „Bank Run“ hat sich wohl auch deshalb nicht eingestellt. Die meisten Amerikaner sorgen sich vor einer weiteren Rezession. Eine deutliche Mehrheit (70%) befürwortet daher staatliche Maßnahmen, die Einlagen von Unternehmen und Bürgern schützen. 60 Prozent sprechen sich sogar für staatliche Bail-Outs mit Steuergeldern aus. Ganz ungestraft sollen Investoren dabei aber nicht wegkommen – 80 Prozent der US-Amerikaner wünschen sich, dass bei einer risikogeschuldeten Insolvenz Investoren zur Verantwortung gezogen werden sollen. Damit gibt es breiten öffentlichen Rückhalt in den USA für staatliche Interventionen, sollte sich die Krise verschärfen. Ähnlich werden es auch Regierungen in Europa sehen. Die Deutsche Bank ist „too big to fail“ sollte sie in Schieflage geraten. (RG) Die Daten finden Sie hier: How the public feels about the Silicon Valley Bank failure | Ipsos