62 Prozent der Bürgerinnen und Bürger betrachten EU-Mitgliedschaft als positiv
Trotz des Gerangels um Klimapolitik, Inflation, Coronaregeln, Migrationspolitik und Ukrainehilfe sind beinahe zwei Drittel (62%) der Bürgerinnen und Bürger Europas laut einer Ipsos-Umfrage für Euronews weiterhin von den positiven Effekten einer EU-Mitgliedschaft ihres Landes überzeugt. Besonders die Portugiesen (82%) und die Spanier (81%) betrachten die EU-Mitgliedschaft als vorteilhaft und sind weiterhin leidenschaftliche Mitglieder der Union. Anders sieht es in einigen osteuropäischen Ländern, wie der Tschechischen Republik oder der Slowakei, aus, wo sich lediglich 43 Prozent bzw. 50 Prozent für die EU begeistern. In der Slowakei verfolgt Premierminister Robert Fico seit einiger Zeit einen euroskeptischen Kurs, Tschechien stand 2016 beinahe vor einem ähnlichen Referendum wie Großbritannien, nachdem Miloš Zeman für einen „Czexit“ warb. EU-Mitgliedschaft polarisiert auch in Ländern der ersten Generation. So sind in den EU-Gründungsstaaten Italien und Frankreich nur 50 Prozent der Bevölkerung von den Vorteilen einer Mitgliedschaft überzeugt, beinahe ein Viertel der Franzosen und Italiener bewerten Zugehörigkeit zum Block als eine „schlechte Sache“. Und in Deutschland? Wir sind wie so häufig Mittelmaß: 65 Prozent der Deutschen betrachten Deutschlands Mitgliedschaft zur Union weiterhin als „gut“ – das ist etwas mehr als der Durchschnitt (62%) aus den insgesamt 18 Ländern, in denen Ipsos die Daten erhoben hat. Lediglich 11 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands bewerten die EU-Mitgliedschaft als „schlecht“. Zumindest in Deutschland und trotz schwieriger innenpolitischer Gemengelage ist das kein schlechtes Omen für die anstehenden europäischen Parlamentswahlen. (RG)