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Auch die neue Regierung wird schwierige Entscheidungen treffen müssen

In den “Predictions 2025” wurden von Ipsos die Einstellungen und Erwartungen der Bevölkerung aus 33 Ländern zu einer Vielzahl von Themenfeldern wie Wirtschaft, Technologie, Umwelt und Gesellschaft abgefragt. Wenig überraschend bewertet eine bedeutende Mehrheit (72%) der Deutschen das Jahr 2024 als negativ. Die Menschen in unserem Land sind damit signifikant pessimistischer als der Durchschnitt aus allen 33 Ländern, in denen Ipsos die Umfrage durchgeführt hat (65%). Jedoch sind wir mit diesem Pessimismus im europäischen Vergleich nicht allein. In Frankreich gaben 79 Prozent der Befragten an, dass das Jahr eher schlecht verlaufen sei. Auch in Großbritannien schauen 76 Prozent der Bevölkerung mit negativem Blick auf die vergangenen 12 Monate. Obwohl man das für Frankreich noch verstehen kann – fantastischen Olympischen Spielen steht politisches Chaos gegenüber (seit Juli zwei Regierungen) –, sollte man meinen, dass wenigstens die Briten nach einer „Landslide Victory“ der Labour Party nun Klarheit über die gesellschaftspolitische Richtung ihres Landes und darüber hinaus Zufriedenheit erlangt haben sollten.

Dem ist jedoch nicht so. Ipsos’ Umfragewerte zeigen leider, dass Neuwahlen nicht unbedingt zur politischen Befriedung der Bevölkerung beitragen oder Zufriedenheitswerte einer neuen Regierung auf Knopfdruck in die Höhe schnellen (und dort auch verbleiben). Nachdem der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Bundestag aufgelöst und die Weichen für Neuwahlen gestellt hat, hoffe ich, dass sich nach den Wahlen im Februar 2025 schnell eine stabile (zweier) Regierungskoalition findet, die die Herausforderungen in unserem Land zielstrebig angeht. Neuwahlen allein sind jedoch nicht die Lösung. Die neue Regierung wird schwierige Entscheidungen treffen müssen, die nicht jedem gefallen. (RG)

Quelle: Ipsos Predictions Survey 2025: Positivity about how this year has gone highest since before the pandemic | Ipsos

Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.

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