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Deutsche weniger bereit für nachhaltige Produkte zu zahlen

Die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland haben sich in den vergangenen Wochen eingetrübt. Das Statistische Bundesamt verkündete in der Woche vor Pfingsten, dass Deutschland sich in einer technischen Rezession befinde, da das Bruttoinlandsprodukt im letzten Quartal 2022 und im ersten Quartal 2023 geschrumpft sei. Die Gründe dafür sind vielfältig. Laut Marcel Fratzscher, dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, ist der niedrige private Konsum dabei ein wichtiger Faktor. Die Preissteigerungen werden nicht durch Lohnerhöhungen ausgeglichen, weshalb die Reallöhne in Deutschland deutlich zurückgehen. So gab es laut Destatis im ersten Quartal 2023 zwar die höchste jemals gemessene Nominallohnsteigerung (6,6%), gleichzeitig wurde diese bei einer Inflation von 8,3 Prozent im gleichen Zeitraum mehr als aufgefressen. Die Deutschen haben weniger Geld im Portmonee und das hat Auswirkungen auf die Nachfrage. Wie sich das Konsumverhalten der Menschen in Deutschland verändert hat, das wird in den jüngsten Daten des Ipsos Handelsmarkenmonitor von 2023 sichtbar. So gaben 62 Prozent der Deutschen an, auf die steigenden Preise durch den verstärkten Kauf von Handels- anstelle von Herstellermarken zu reagieren. Außerdem haben Sonderangebote für Verbraucher stark an Relevanz gewonnen. Durch die höhere Preissensibilität wird leider auch der langanhaltende Trend hin zu nachhaltigen Verpackungen, Regionalität und Bio-Produkten unterbrochen. Die Bereitschaft, mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen, ist von 58 Prozent in 2022 auf 42 Prozent in 2023 gesunken. Hoffentlich lesen das Wirtschaftsministerium und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft diese Zahlen auch richtig, denn abgesehen von den fallenden Reallöhnen versteckt sich für einige Beobachter hinter den steigenden Preisen auch ein Stückweit „Greenflation.“ (RG) Die Daten finden Sie hier: Verbraucher:innen greifen wegen Inflation zur Handelsmarke | Ipsos

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