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Die Hälfte der Deutschen glaubt nicht an eine einvernehmliche Lösung für Sozialstaats-Reformen.

Nach den jüngsten Debatten in der Koalition über die Notwendigkeit und Ausgestaltung von Reformen des Sozialstaats haben sich Union und SPD darauf geeinigt, gemeinsam Eckpunkte für Reformen zu erarbeiten. Jedoch glauben laut einer Ipsos Umfrage über die Hälfte der Deutschen (53%) nicht, dass sich die Koalitionsparteien in den nächsten Monaten einer Lösung annähern werden. Am optimistischsten zeigen sich, wenig überraschend, die Anhänger der Regierungsparteien: 53 Prozent der Unions-Wähler und 49% der SPD-Wähler sind zuversichtlich, dass man sich grundsätzlich über die Sozialreformen einigen wird. Aber auch diese Stimmungslage ist weit von Euphorie entfernt. Zu groß ist die Sorge, dass das Bild des sozialen Kümmerers oder das des liberalen Marktenthusiasten verwässert wird und die eigene Partei an programmatischen Konturen verliert. Die Wählerinnen und Wähler der Oppositionsparteien sind sich einig darüber, dass Union und SPD diesen Graben nicht überwinden werden. 54 Prozent der Grünen und zwei Drittel der Anhänger von BSW und Linke gehen nicht davon aus, dass sich Union und SPD auf einen Reformfahrplan einigen können, bei Anhängern der AfD sind es sogar 77 Prozent.

Quelle: ipsos.com

Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.

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