Die Kanzlerfrage 2025: Wer tritt in Deutschland an
Während in den USA nach dem Verzicht Joe Bidens einiges an Dynamik um die Präsidentschaftskandidatur entstanden ist, stellt sich die Frage, wie es um die Kanzlerfrage in Deutschland bestellt ist. Sind die Würfel gefallen, und sind die Parteien sich einig, mit wem sie 2025 ins Feld ziehen? Bei den Grünen rückte Annalena Baerbock von einer weiteren Kandidatur ab, Robert Habeck steht weiterhin als Kanzlerkandidat bereit. Die Unionsparteien haben ihr Kanzlerkandidatenkarussell nach dem „Erfolg“ der Union während der Europawahl erst einmal angehalten. Zumindest bis zu den Ostwahlen ist Friedrich Merz bei der Union gesetzt. Markus Söder hat sich jedoch von der Kanzlerschaft nicht gänzlich verabschiedet und steht weiterhin zur Verfügung, sollte „Merz ihn bitten“. Auch bei der SPD sind die Karten gelegt. Olaf Scholz strebt eine zweite Amtszeit an. „Wir sind alle fest entschlossen, gemeinsam in die nächste Bundestagswahl zu gehen und zu gewinnen”, sagte Scholz in der Sommerpressekonferenz. “Ich werde als Kanzler antreten, um erneut Kanzler zu werden.” Jedoch sind in den Augen der Bürgerinnen und Bürger weder Merz noch Scholz Traumkandidaten. Ipsos befragte jüngst 1.000 Wahlberechtigte, um aus einer Liste potenzieller Kanzlerkandidatinnen und -kandidaten die ihrer Meinung nach am besten geeignete Person für das Amt auszuwählen. Neben Scholz, Pistorius, Merz und Söder standen den Befragten auch Vizekanzler Robert Habeck (Grüne), Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), Finanzminister Christian Lindner (FDP), AfD-Bundessprecherin Alice Weidel sowie BSW-Vorsitzende Sahra Wagenknecht zur Auswahl. Zugegebenermaßen eine gewagte Liste mit Übergewicht für die Regierungsparteien und die Union, was eventuell das Bild verzerrt. Trotzdem waren die Ergebnisse überraschend. CSU-Chef Markus Söder vereint mit 14 Prozent den höchsten Anteil aller Stimmen auf sich. SPD-Minister Boris Pistorius folgt mit 12 Prozent knapp dahinter auf dem zweiten Platz und liegt deutlich vor seinem Parteikollegen und Amtsinhaber Olaf Scholz, der nur 7 Prozent erreicht. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz überzeugt mit 8 Prozent deutlich weniger Menschen als sein potenzieller Kontrahent Markus Söder von der bayerischen Schwesterpartei. Weder Scholz noch Merz überzeugen die Bürger. Es wäre ein Horror-Szenario für Merz, wenn die Union in Brandenburg oder Thüringen hinter dem BSW läge, und Scholz wird sich vor der Fünf-Prozent-Hürde in Sachsen oder Thüringen fürchten. Sicher ist die Kandidatenfrage also auch in Deutschland nicht. (RG) Die Daten finden Sie hier: Kanzlerfrage: Söder und Pistorius führen vor Merz und Scholz | Ipsos