Donald Trump trotzt erneuter Anklage und bleibt präferierter Präsidentschaftskandidat der Republikaner
Donald Trump steht einmal mehr auf der Anklagebank, er ist der erste ehemalige US-Präsident, der auf Bundesebene angeklagt wird. Ihm wird vorgeworfen, bei seinem Ausscheiden aus dem Amt streng geheime Dokumente nach Mar-a-Lago mitgenommen zu haben. Für seinen ehemaligen Justizminister, Willam Barr, ist Trump erledigt, sollte er auch nur für einen Bruchteil der 37 Anklagepunkte schuldig gesprochen werden. Donald Trump selbst betrachtet die Anschuldigungen wenig überraschend als „lächerlich“, es handle sich um einen „politischer Auftragsmord“, es sei der „schrecklichste Fall von Machtmissbrauch“ in der Geschichte der USA. Laut einer Ipsos Studie sind insgesamt 61 Prozent der Amerikaner der Meinung, dass die bundesstaatlichen Anklagen im Zusammenhang mit Trumps Umgang mit Verschlusssachen schwerwiegend sind. Im Vergleich zu der Anklage zur Zahlung von Schweigegeld im April sind dies 9 Prozent mehr. Besonders unter Trumps sonst loyalen republikanischen Parteigenossen steigt der Unmut über den Expräsidenten. Inzwischen betrachten 38 Prozent der Republikaner die Anklagen als ernsthaft, verglichen mit 21 Prozent im April. Obwohl sich die Ansichten über die Schwere dieser Anklage im Vergleich zur letzten Umfrage deutlich verschoben haben, sind die Meinungen darüber, ob Trump wegen eines Verbrechens angeklagt werden sollte, ob die Anklagen politisch motiviert sind und ob er seine Kampagne aussetzen sollte, stabil. Insgesamt ist etwa die Hälfte der Amerikaner der Meinung, dass Trump angeklagt werden und seinen Wahlkampf aussetzen sollte (48% bzw. 46%). Diese Auffassungen sind unverändert gegenüber April, als 50 Prozent die Ansicht vertrat, dass Trump angeklagt werden sollte, und 48 Prozent, dass er seinen Wahlkampf aussetzen sollte. Der Anteil der Amerikaner, die glauben, dass diese Anklagen politisch motiviert sind, ist mit 47 Prozent größer als der Anteil derer, die dies nicht glauben (37 %). Donald Trump ist trotz Dokumentenaffäre weiterhin der präferierte Präsidentschaftskandidat der Republikaner für die kommenden Wahlen. 49 Prozent unterstützen seine Kandidatur. Ron DeSantis, belegt mit 19 Prozent Unterstützung weit abgeschlagen Platz zwei. Ein Schuldspruch wäre sicherlich das politische Ende Trumps, alles andere würde ihm wenig schaden. (RG) Die Daten finden Sie hier: The indictment, the primaries, and 2024 | Ipsos