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Fortschritt bei Verteidigung und Ordnung, jedoch nicht in sozialen Fragen

Ipsos hat die Bürgerinnen und Bürger gefragt, bei welchen Themen die gegenwärtige Regierungskoalition Fortschritte machen wird. Auf der positiven Seite dominieren dabei wirtschaftsliberale Politikfelder sowie Fragen von Recht, Ordnung und Sicherheit. So trauen 53 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Regierung zu, die Bundeswehr für die Landes- und Bündnisverteidigung wieder fit zu machen. Nur 17 Prozent sind der Meinung, dass sich der Zustand der Truppe weiter verschlechtern wird. Auch in Fragen der Kontrolle von Asyl und Migration erwartet ein größerer Anteil der Bürgerinnen und Bürger eine ‚Verbesserung‘ der Situation (45 Prozent) als eine Verschlechterung (26 Prozent). Ähnlich sieht es für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland und das Vorantreiben der Digitalisierung aus.

Negative Entwicklungen befürchten die Deutschen in sozialen Fragen. So sind nur 19 Prozent der von Ipsos befragten Personen der Ansicht, die Koalition wird bezahlbaren Wohnraum schaffen, 43 Prozent äußerten Zweifel an einer Verbesserung des Angebots in den kommenden Jahren. Auch bei der Sicherstellung der medizinischen Versorgung erwarten nur wenige Menschen Entlastung – so gehen lediglich 18 Prozent von kürzeren Wartezeiten für Facharzttermine unter der Regierung Merz aus. Ein ebenso düsteres Bild zeichnen die Deutschen für die Armutsbekämpfung. Auch hier glauben nur 18 Prozent der Bürgerinnen und Bürger an eine Verbesserung, während 40 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.

Die SPD muss sich mit der sozialen Frage profiliert. Das schuldet sie ihren verbleibenden Wählerinnen und Wählern und ist wichtig im Abwehrkampf gegen die Linke, die ihr Wählerpotential gerade bei den Einkommensschwachen Gruppen stärken konnte. Die Union auf der anderen Seite ist wirtschaftstreu und muss Antworten für die Bedrohung von rechts finden. Es ist zu befürchten, dass die Koalition entlang dieser Themen auseinanderdriftet.

Quelle: Politische Meinungslage in Deutschland – Mai bis August 2025 | Ipsos

Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.

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