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Gesundheitssystem in der Krise

Das deutsche Gesundheitssystem steht vor wesentlichen Herausforderungen. Die Pflegekosten sind in den letzten Jahren explodiert, und die Pflegekassen haben dringend Bedarf an finanzieller Unterstützung. Zwar sind in den letzten zehn Jahren die Beitragssätze bereits viermal erhöht worden, dennoch reicht dies nicht aus, um die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung zu gewährleisten. Laut dem Redaktions Netzwerk Deutschland droht der Pflegeversicherung im kommenden Februar die Zahlungsunfähigkeit, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Momentan wird eine weitere Erhöhung der Beitragszahlungen um 0,25 bis 0,3 Prozentpunkte diskutiert.

Die Lage der gesetzlichen Krankenversicherungen ist ähnlich dramatisch. Auch hier gibt es erheblichen Zuschussbedarf, der entweder durch Steuergelder oder durch Beitragserhöhungen finanziert werden muss. Die Bürgerinnen und Bürger können sich für 2025 auf den größten Anstieg der Sozialbeiträge seit über 20 Jahren einstellen!

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gesteht im Handelsblatt, dass Deutschland bereits das teuerste Gesundheitssystem in Westeuropa hat, jedoch in Bezug auf die Lebenserwartung hinterherhinkt. Die Mängel des Systems werden auch in der Bevölkerung wahrgenommen. Laut einer internationalen Ipsos-Umfrage bewerten lediglich 44 % der Deutschen die Qualität der Gesundheitsversorgung als gut. Deutschland liegt damit im internationalen Durchschnitt, aber klar hinter den Niederlanden (76 %) oder der Schweiz (68 %). Den Deutschen schlagen besonders die langen Wartezeiten und der Zugang zur Behandlung auf den Magen: 44 % erachten dies als eine der größten Herausforderungen im Gesundheitssystem. Die Gründe sehen die Bürgerinnen und Bürger im Personalmangel und der Bürokratie. Es ist traurig, dass nur 41 % der Deutschen glauben, dass das Gesundheitssystem allen die gleiche Qualität der Versorgung bietet. Auch damit schneidet Deutschland schlechter ab als andere Länder. Hohe Beiträge allein werden das Problem nicht lösen. Ineffiziente Strukturen, Investitionen in die Digitalisierung des Gesundheitswesens, ein explodierender Bedarf aufgrund des demografischen Wandels bei einer sich gleichzeitig verringernden Anzahl von Beitragszahlern sowie steigende Personalkosten treiben den Finanzierungsbedarf. Leider fehlen, abgesehen von der geplanten Krankenhausreform oder Beitragserhöhungen, konkrete Maßnahmen, um das Gesundheitssystem auf eine solide finanzierte Basis zu stellen.
Die Ipsos Daten finden Sie hier: Ipsos Health Service Report 2024 | Pflegeversicherungen bald zahlungsunfähig: Regierung plant rasche Reform (rnd.de) | Karl Lauterbach: „Einfach mehr Geld in das System zu pumpen, bringt nichts“ (handelsblatt.com)

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