Global fürchten 75 Prozent einen nuklearen oder chemischen Angriff
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat im Sicherheitsbewusstsein der Menschen tiefe Spuren hinterlassen. Global fürchten 75 Prozent der Befragten aus 33 Ländern einen nuklearen oder chemischen Angriff. Das hat kürzlich die jährlich von Ipsos durchgeführte Halifax Sicherheitsstudie ergeben. Jeder Zweite (50%) glaubt außerdem, dass eine realistische Gefahr bestehe, dass das eigene Land in einen militärischen Konflikt hineingezogen wird – in Deutschland (55%) wird dies sogar überdurchschnittlich oft befürchtet. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurde eine solches Szenario nur von 37 Prozent der deutschen Bevölkerung als realistisch erachtet. Auch in unseren europäischen Nachbarländern hat sich das empfundene Bedrohungsniveau in eine ähnliche Richtung bewegt (in Schweden +18%, in Italien und Großbritannien jeweils +15% im Vgl. zu 2021). Die Wahrscheinlichkeit einer biologischen, chemischen oder nuklearen Kriegshandlung hat in den Augen vieler Europäerinnen und Europäer ähnlich stark zugenommen. Allerdings ist das Vertrauen der Deutschen in die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung in den letzten Monaten nicht parallel zur Bedrohungswahrnehmung gestiegen. Weniger als die Hälfte aller Bundesbürger (45%) sind der Meinung, die Regierung würde im Ernstfall adäquat reagieren – in Großbritannien glauben dies immerhin 58 Prozent und in Schweden 53 Prozent der Befragten. Die Ampel muss das Vertrauen der Menschen in die Verteidigungsfähigkeit ihres Landes neu aufbauen. Dass die Bundesministerin für Verteidigung weiterhin das Schlusslicht auf der Zufriedenheitsskala der deutschen Bürgerinnen und Bürger ist, hilft dabei leider wenig. (RG) Die Daten finden Sie hier: Nuclear, biological or chemical attack now seen as top threat facing the world | Ipsos Und hier: Zufriedenheit mit Bundekabinett: Habeck verliert weiter, Scholz und Lindner stoppen Abwärtstrend | Ipsos