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Großer Frust in der Bevölkerung über die Infrastruktur

Ob bei der Bahn, der Digitalisierung, dem Bildungssystem, dem Flugverkehr, dem Angebot an Wohnimmobilien oder der Verkehrsinfrastruktur – Deutschland krankt an fehlenden Investitionen. Das nagt an der Wettbewerbsfähigkeit des Landes und am Selbstwertgefühl der Bürgerinnen und Bürger. Denn, wer lebt schon gerne in einem Land, in dem das, was eigentlich funktionieren müsste – Kinderbetreuung, ausreichender und qualitativ hochwertiger Wohnraum zu bezahlbaren Preisen, Züge, mit denen man pünktlich auf der Arbeit oder bei Kunden sein kann – unverlässlich ist? Wie groß der Frust in der Bevölkerung ist, macht eine international vergleichende Ipsos Studie sichtbar. Befragt wurden dafür 22.816 Erwachsene in 31 Ländern. Nur 33 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind mit Deutschlands Infrastruktur zufrieden. Das ist signifikant unter dem internationalen Durschnitt von 38 Prozent. Von allen 31 Ländern bewerten Menschen in Singapur ihre Infrastruktur am positivsten (74% sind zufrieden). Bei unseren niederländischen Nachbarn sind immerhin 62 Prozent zufrieden und auch die Polen und Franzosen haben mit jeweils 38 Prozent höhere Zufriedenheitswerten als die Deutschen. 60 Prozent der Deutschen meinen wohl auch deshalb, dass von der Politik nur unzureichende Maßnahmen getroffen werden, um die infrastrukturellen Bedürfnisse des Landes zu decken. Im Vergleich zu Deutschland sind es in den Niederlanden 36 Prozent und in Schweden 47 Prozent der Befragten. Das Straßennetzwerk Deutschlands kommt in der Wahrnehmung der Bürger recht positiv weg – 58 Prozent äußern sich zufrieden. Doch verglichen mit allen 31 Ländern, in denen die Befragung durchgeführt wurde, stellt auch das nur Mittelmaß dar und ist damit weit weg von dem Anspruch einer führenden Industrienation. Dass das auch anders geht, zeigt einmal mehr Niederlande, wo 84 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mit der Verkehrsinfrastruktur zufrieden sind. Die Qualität der Flughäfen nehmen die Deutschen als mangelhaft wahr, nur knapp über die Hälfte der Deutschen äußern sich positiv über deren Zustand. Lediglich in Ungarn und Rumänien sind weniger Menschen zufrieden. Besonders schmerzhaft wird es in Bezug auf den Schienenverkehr – nur 31 Prozent der Deutschen bewerten diesen als positiv, in den Niederlanden sind es 69 Prozent, in Spanien 56 Prozent und in Frankreich immerhin noch 52 Prozent. Auch der hierzulande akute Wohnungsmangel spiegelt sich in den Ipsos Zahlen wider: Lediglich 17 Prozent der Bevölkerung sind mit dem Angebot an neuen Wohnimmobilien zufrieden, in Schweden sind dies 50 Prozent und in Frankreich 48 Prozent. Trauriges Schlusslicht ist Deutschland in der Wahrnehmung seiner Bürgerinnen und Bürger im Bereich Digitalisierung. In keinem anderen Land bewerten weniger Menschen die digitale Infrastruktur positiv als in Deutschland. Eine solide Infrastruktur ist wichtig für die erfolgreiche Umsetzung der Vorhaben der Ampel. Wirtschaftswachstum, Innovation, Klimaneutralität und soziale Gerechtigkeit lassen sich nur durch umfangreiche Investitionen in die Infrastruktur umsetzen. Schnelle Abhilfe wird es jedoch nicht geben. Investitionen dieser Art bedürfen langer Planung und sind komplex in der Umsetzung. Was Vorgängerregierungen mitverschuldet haben, lässt sich in vier Jahren nicht einfach aufholen. Eine ordentliche Grundsteinlegung sollten die Bürger von der Ampel jedoch erwarten dürfen. (RG) Die Daten finden Sie hier: 57% globally think their country is not doing enough to meet its infrastructure needs | Ipsos

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