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Neues Schuljahr, alte Probleme: Wie steht es um Deutschlands Bildungssystem?

Seit nunmehr zwei Wochen hat in allen Bundesländern das neue Schuljahr begonnen. Wie jedes Jahr stellt sich die Frage nach der Qualität des Bildungsangebots. Dies ist wenig verwunderlich, denn die Transformation durch Künstliche Intelligenz (KI) und die allgemeine Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland setzen zukunftsgerichtete Investitionen voraus. Eine der wichtigsten Komponenten dabei ist das „Human Capital“, also die fachlichen Qualifikationen der arbeitenden Bevölkerung einer Volkswirtschaft. Die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land beurteilen das Bildungssystem jedoch kritisch. Laut des jährlich publizierten Ifo Bildungsbarometers gaben lediglich 6 Prozent der Deutschen den deutschen Schulen die Note 1 und 23 Prozent die Note 2. Dabei lassen sich interessante Variationen zwischen den Bundesländern beobachten: Am positivsten sehen die Bayern ihr Schulsystem – 40 Prozent bewerten es mit einer Note 1 oder 2. Am schlechtesten von allen 16 Bundesländern fällt die Bewertung der Bremer aus. Nur 18 Prozent der Einwohner der Freien Hansestadt benoteten das Bildungsangebot mit der Note 2 oder besser. Und wie steht das deutsche Bildungssystem im internationalen Vergleich da? Ipsos hat dazu kürzlich eine Befragung in 30 Ländern durchgeführt. Im Vergleich mit anderen Ländern liegt Deutschland, bezogen auf die Zufriedenheit mit dem Bildungssystem, auf Platz 18 von 30, hinter Südkorea und vor Belgien. Dabei glauben über die Hälfte der Deutschen (55%), dass sich das Schulsystem seit ihrer Schulzeit verschlechtert hat. Im Gegensatz dazu überwiegt in aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens wie Malaysia (58%) Thailand (56%), Indonesien (58%) und Indien (51%) die Meinung, dass sich das Bildungssystem verbessert hat. Kritisch betrachten die Deutschen auch die Qualität der Ausbildung an unseren Universitäten. Lediglich 41 Prozent der Befragten äußerten die Meinung, dass Studenten gut auf das Arbeitsleben vorbereitet werden. Damit liegt Deutschland auf Platz 26 von 30 (gleichauf mit Frankreich und Polen) und somit weit hinter den Ländern des globalen Südens. Die Ausstattung mit Büchern, Technologie und Laboren wird in Deutschland ebenfalls als schlecht beurteilt. Lediglich 28 Prozent bewerten diese als ausreichend. Auch damit liegt Deutschland auf den hinteren Plätzen (26 von 30). Am traurigsten ist jedoch die Beurteilung der Bürger des Beitrags von Bildung zur Chancengleichheit. Nur 35 Prozent der Deutschen sind der Meinung, das Bildungssystem in unserem Land trage zur sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit bei. Kurzum: Während die Güte des Bildungssystems innerhalb Deutschlands im Durchschnitt schlecht ausfällt, gibt es bemerkenswerte regionale Unterschiede. International betrachtet wird das Bildungssystem von den Bürgerinnen und Bürgern als unzureichend leistungsfähig angesehen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu gewährleisten und soziale Ungleichheit durch Bildungsgerechtigkeit auszugleichen. Hier besteht dringend Handlungsbedarf. Leider fallen diese grundsätzlich wichtigen Themenbereiche in den überhitzten politischen Diskussionen zurück. (RG) Quellen: ifo Bildungsbarometer 2024: Meinungen zum Bildungssystem im Bundesländervergleich | Fakten | ifo Institut / The Ipsos Education Monitor 2024: Widespread support for banning social media for under 14s and acceptance that kids today have it harder | Ipsos

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