Nur 8 Prozent glauben, KI wird ihren Job ersetzen
Der KI-Boom hält an. Das amerikanische Unternehmen NVIDIA – der weltweit führende Anbieter im Bereich KI-Computing – machte Ende Mai mit Wachstumszahlen von beinahe 300 Prozent im letzten Quartal Schlagzeilen und avancierte innerhalb kürzester Zeit zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Goldman Sachs zeigte sich bereits 2023 äußerst positiv und sagte voraus, dass KI zu einem BIP-Wachstum von 7 % und einem Produktivitätswachstum von über 1,5 Prozentpunkten in den kommenden 10 Jahren führen wird. In der Konsequenz sollen aber, laut Analyse der Investmentbanker, auch 300 Millionen Jobs durch künstliche Intelligenz verloren gehen oder abgewertet werden. Mittlerweile gibt es jedoch gemäßigtere Stimmen. Folgt man dem amerikanischen MIT-Ökonomen Daron Acemoglu so fallen die makroökonomischen Effekte von KI zwar nicht trivial, aber trotzdem bescheiden aus. Acemoglu rechnet in einem jüngst publizierten Working Paper mit einem BIP-Wachstum durch KI von nur 0,93 % bis 1,56 % über die kommenden 10 Jahre. Acemoglu begründet seine Berechnung damit, dass frühere Berechnungen des Wachstumspotenzials auf leicht zu erlernenden Aufgaben basieren, zukünftige Effekte jedoch aus schwer zu erlernenden, kontextabhängigen Aufgaben stammen müssten. Außerdem weist der Ökonom auch auf die sozialen Kosten durch Manipulation und Desinformation hin, die dem Wachstum entgegenwirken. KI ist mittlerweile in allen Schichten der Bevölkerung angekommen, das zeigt eine Umfrage des Marktforschungsinstitutes Ipsos. 60 Prozent der Deutschen meinen, zu wissen, was KI bedeutet. Für gut ein Drittel hat die Technologie den Alltag bereits tiefgreifend verändert. Jedoch sind 43 Prozent weiterhin eher unsicher, welche Produkte KI nutzen, und im Umgang fühlen sich lediglich 46 Prozent sattelfest. 44 Prozent haben bei dem Gedanken an den Umgang mit KI weiterhin ein beunruhigendes Gefühl. Trotzdem sieht fast die Hälfte der Deutschen in Produkten und Serviceangeboten, die auf KI basieren, einen positiven Nutzen. Viele stimmen mit den Goldman-Sachs-Prognosen überein und glauben, dass sie in Zukunft effizienter sein und mehr schaffen werden (41%). Jedoch sind sich die Deutschen auch über die sozialen Kosten bewusst, auf die Daron Acemoglu hingewiesen hat. So sind 45 Prozent skeptisch, dass KI-Unternehmen verantwortungsvoll mit Nutzerdaten umgehen. In anderer Hinsicht sind die Menschen hierzulande aber äußerst positiv: Lediglich 8 Prozent teilen die Befürchtung, dass ihr Arbeitsplatz in Zukunft durch KI ersetzt werden wird. (RG) Die Daten finden Sie hier: Financial Times Nvidia’s revenue soars 262% on record AI chip demand (ft.com) / Goldman Sachs: Generative AI Could Raise Global GDP by 7% (goldmansachs.com) / Daron Acemoglu, The Simple Macroeconomics of AI. Woking paper; National Bureau of Econmic Research. The Simple Macroeconomics of AI | NBER / Die Ipsos Daten werden in den kommenden Tagen auf Ipsos.com veröffentlicht.