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Scooter sind in Deutschland noch nicht auf der letzten Meile

Um Klimaziele zu erreichen und um hohes Automobilaufkommen in den Ballungszentren abzubauen, müssen wir unser Mobilitätsverhalten verändern. Viele Verkehrsplaner sehen eine Lösing in der Entwicklung weg von monomodaler Mobilität und hin zu multimodalem Verkehr. Der multimodale Verkehr verknüpft unterschiedliche Verkehrsmittel innerhalb einer Reise miteinander, während beim monomodalen Verkehr der Reisende nur ein Transportmittel nutzt. Die Verwendung mehrerer Verkehrsmittel fördert die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und reduziert damit den individuellen Verkehr mit dem Auto. E-Scooter nehmen in diesem Verkehrsmix für den städtischen Personenverkehr eine besondere Rolle ein. Sie sind das Bindeglied zwischen S-Bahn oder Bus-Haltestelle und Wohnungstür oder Arbeitsplatz, „Transportmittel der letzten Meile“. Seit den späten 2010er Jahren gehören Sharing-Mietroller zum Stadtbild jeder europäischen Metropole und tatsächlich erwähnten 18 Prozent der Nutzer in Deutschland in einer Studie des ADAC, sie würden E-Scooter nutzen, um die nächste Haltestelle zu erreichen. So überzeugend das Konzept einigen Stadtplanern erscheint, es ist auch von Anfang an mit Alltagsproblemen geplagt gewesen, die bislang nicht gelöst werden konnten: Rücksichtsloses und verkehrswidriges Verhalten, ungeordnetes Abstellen und sogar schwere Unfälle mit Fußgängern. So verzeichnete die Polizei in Deutschland 2022 8.260 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Die Geräte haben bei einer durchschnittlichen Lebensdauer von drei Monaten eine miserable Umweltbilanz und die Mietfirmen sind unwirtschaftlich. Heute erscheinen die Scooter-Gadgets eher als Sinnbild für den urbanen Hedonismus der Überflussgesellschaft und nicht als Symbol für den Kampf gegen den Klimawandel. In Paris entschieden die Bürgerinnen und Bürger 2023 in einem Referendum über die Zukunft der E-Scooter in der Stadt an der Seine. Beinahe 90 Prozent der Einwohner von Paris stimmten für ein Verbot der Roller (jedoch bei einer Wahlbeteiligung von nur 7,5%). Seit September 2023 dürfen in der französischen Hauptstadt keine Mietroller mehr angeboten werden und 15.000 Leih-E-Scooter wurden daraufhin aus dem Verkehr gezogen. In Berlin können laut einem Beitrag des Deutschlandfunks circa 54.000 Elektro-Tretroller ausgeliehen werden. In der deutschen Hauptstadt gibt es ähnliche Konflikte wie in Frankreich. Trotzdem sind Verkehrsplaner noch immer von dem positiven Effekt der E-Scooter überzeugt. Ein Verbot wird hier bislang nicht in Betracht gezogen, wir suchen die Lösung, wie so oft, in der Regulierung. (RG) Quellen: Sollten E-Scooter verboten werden? (deutschlandfunkkultur.de) / Umfrage: So werden E-Scooter genutzt | ADAC / KORREKTUR: 65 % aller E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden ereigneten sich 2022 in Großstädten – Statistisches Bundesamt (destatis.de)

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