Tal der Tränen durchschritten?
Die Kontrolle von Migration gehört für 37 Prozent der Bürginnen und Bürger zu den drei wichtigsten gegenwärtigen Anliegen in Deutschland. An zweiter Stelle stehen Kriminalität und Gewalt. Diese Themen beschäftigen 31 Prozent der Bürger stark. Armut und soziale Ungleichheit sind für 30 Prozent ebenfalls bedeutende Sorgen, dicht gefolgt von der Furcht vor militärischen Konflikten zwischen Nationen (29%). Letztere Sorge ist in den vergangenen 12 Monaten um 9 Prozentpunkte gewachsen. Diskussionen über die Aufstockung des Verteidigungshaushalts und die Steigerung der Kriegstüchtigkeit der Bundeswehr haben das Sicherheitsgefühl der Deutschen damit nicht verbessert. Zudem bleiben steigende Preise ein zentrales Anliegen. Ein Viertel der Bevölkerung nennt die Inflation als eine ihrer größten Sorgen (27%). Allgemein wird die wirtschaftliche Situation momentan um 11 Prozentpunkte schlechter eingeschätzt als vor einem Jahr. Dennoch gibt es die Hoffnung, dass das Tal der Tränen durchschritten wurde: 33 Prozent der Deutschen glauben mittlerweile, dass sich Deutschland auf einem positiven Pfad befindet, was einen Anstieg von 4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vormonat darstellt. Auch wenn dieser Wert unter dem globalen Durchschnitt von 39 Prozent liegt, hält er im europäischen Vergleich mit Großbritannien Schritt, und übertrifft Länder wie Spanien (30) die Niederlande (30%), Belgien (29%) Schweden (28%), Italien (26) und Frankreich (14%).
Quelle: Ipsos.com
Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.