Trump, das Persönlichkeitsprofil eines Gewinners
Trump ist weiterhin Spitzenkandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl in den US in 2024. Eine aktuelle Ipsos-Umfrage ergab, dass 61 % der Republikaner für den ehemaligen US-Präsidenten stimmen würden, wenn es darum ginge, einen Herausforderer für den demokratischen Präsidenten Joe Biden zu nominieren. Keiner von Trumps Konkurrenten bekam auch nur annähernd so viel Zuspruch. Der Psychologe Aubrey Immelman erklärte Trumps Erfolg 2016 mit seinen persönlichkeitsbezogenen Führungsqualitäten. Trumps aufgeschlossene Art in Kombination mit seinem überragenden Selbstvertrauen trügen maßgeblich dazu bei, seine Anhänger zu mobilisieren, zu begeistern und zu motivieren so Immelman. Diese Persönlichkeitsmerkmale sind auch während der gegenwärtigen Kampagne Grundsubstanz für den Erfolg des ehemaligen Präsidenten. Allerdings stehen dem auch dunklere Charakterseiten gegenüber: Trump habe eine verminderte Fähigkeit, sich dauerhaft zu konzentrieren, und seine unzureichende Aufmerksamkeit für Details, zusammen mit seiner extravertierten Impulsivität und Anfälligkeit für Langeweile, sind Hindernisse für die Ausübung des Präsidentenamtes. Dass Trumps erste Präsidentschaft holprig werden würde, sagte Immelman in seiner Persönlichkeitsanalyse damit bereits 2016 voraus. Wohl lassen sich die zahlreichen strafrechtlichen Herausforderungen, die Trumps weiteren politischen Karriere momentan im Wege stehen, auf seine Impulsivität (und niedere Züge) zurückführen. Trotzdem bleibt der Expräsident im Wettbewerb: die Ipsos-Umfrage ergab wenig Anhaltspunkte dafür, dass sich die republikanischen Wähler von den Vorwürfen gegen Trump beeinflussen lassen. In einem Kopf-an-Kopf Rennen könnte sich Trump (38%) mit 2 Punkten Vorsprung gegenüber Biden (36%) laut Ipsos durchsetzen. Wenig kann Trump noch aufhalten. Die deutsche Politik muss sich auf eine zweite Amtszeit einstellen. (RG) Aubrey Immelmans Forschungspapier finden Sie hier: “The Leadership Style of U.S. President Donald J. Trump” by Aubrey Immelman (csbsju.edu). Die Ipsos US Wahlforschungsdaten finden Sie hier: Ipsos week in review | Ipsos