Trump stört sich nicht am Aktienmarkt
Wer in einen der hochgelobten ETFs wie den MSCI World oder S&P 500 investiert hat, der wird sich gerade die Wunden lecken. Der amerikanische Aktienmarkt driftete in den vergangenen Wochen ins Minus. Überraschenderweise scheint das den amtierenden Präsidenten Donald Trump wenig zu stören, und dies, obwohl einer seiner wichtigsten (und kontroversesten) Berater, Elon Musk, mehrere Milliarden Verluste hinnehmen muss. Nun mag der fallende Tesla-Kurs vielfältige Gründe haben, aber Ökonomen weisen schon seit Längerem darauf hin, dass die MAGA-Doktrin negative wirtschaftliche Konsequenzen – eine höhere Inflation, ja sogar eine Rezession – nach sich ziehen könnte. Eine Ipsos-Umfrage macht nun deutlich, dass sich die Amerikaner über die Auswirkungen von Zöllen auf die Preisentwicklung sorgen. Erinnern wir uns, steigende Preise waren einer der wichtigsten Gründe für die Wahlentscheidung in den USA. Trumps Preisstabilitätspolitik wird nur von 31 Prozent der Amerikaner befürwortet. Bei anderen Themen wie Wirtschaft, Außenpolitik und Korruption liegt die Zufriedenheit mit dem Präsidenten ebenfalls unter 40 Prozent. Kontrovers wird auch die Verschlankungskur der Regierung betrachtet. So sprachen sich 57 Prozent gegen die Massenentlassung von Beamten aus. Lediglich bei der Einwanderungspolitik trifft Donald Trump noch auf große Zustimmung (49 %) in der Bevölkerung. Trotz dieser niedrigen Zustimmungswerte liegt Trumps Gesamtzustimmung mit 44 Prozent weiterhin über denen seines Vorgängers Joe Biden. Ein kleiner Trost für Elon Musk – der US-Präsident zeigt sich solidarisch und will einen Tesla kaufen. Ob das gutes Marketing ist, wird sich zeigen.
Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.