Trump unter Druck: Sinkende Zustimmungswerte, steigende Preise, wachsende Zweifel
Wer hätte gedacht, dass US-Präsident Donald Trump verwundbar ist? In den vergangenen Monaten sind seine Zustimmungswerte in der US-Bevölkerung kontinuierlich gesunken. Mit 38 Prozent liegt er nun auf dem Niveau des vor einem Jahr ausgeschiedenen Ex-Präsidenten Joe Biden. Trump startete seine zweite Amtszeit mit 47 Prozent Zustimmung (Biden übrigens mit 55) und hat damit neun Punkte verloren. Besonders unter Republikanern schmilzt Trumps Zustimmung: von 87 auf 82 Prozent binnen eines Monats. Das ist schmerzhaft. Dazu beigetragen haben besonders die steigenden Preise, die den Portemonnaies der Amerikaner zusetzen. Ein zentrales Wahlversprechen Trumps war der Kampf gegen die Inflation, doch seine Zollpolitik hinterlässt zunehmend Spuren; die Verbraucherpreise sind in den USA in den vergangenen zwölf Monaten um 3 Prozent gestiegen. Lediglich 16 Prozent der Amerikaner bewerten die Bemühungen des Präsidenten um Preisstabilität als positiv. Auch die Epstein-Affäre hat den Präsidenten angeschlagen. Nur 20 Prozent der Amerikaner – darunter lediglich 44 Prozent der Republikaner – billigen Trumps Umgang mit der Epstein-Affäre, wie eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeigt. Rund 70 Prozent der Befragten – darunter 87 Prozent der Demokraten und 60 Prozent der Republikaner – glauben, dass die Regierung Informationen über Epsteins Kunden zurückhält. Das hat mittlerweile zu Zerwürfnissen innerhalb der MAGA-Bewegung geführt: Die Republikanerin Marjorie Taylor Greene, lange ein prominentes MAGA-Gesicht, hat unerwartet ihren Rückzug verkündet. Ein geschwächter Trump und Differenzen innerhalb der Republikanischen Partei werden auch in Europa aufmerksam beobachtet – in der Hoffnung auf ein Tauwetter in den frostigen transatlantischen Beziehungen.
Quelle: Ipsos.com
Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.