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Union unter Druck, Wählerpotenzial der AfD auf höchstem Stand, Grüne verbessert

Die Unionsparteien konnten sich gegenüber der AfD in den letzten Monaten nur schwer behaupten. Zwar erholten sich die Umfragewerte der Schwesterparteien nach der Enttäuschung über die Lockerung der Schuldenbremse etwas, aber die Alleingänge des Kanzlers in der Nahost-Politik und anhaltende innenpolitische Reibereien mit der SPD über Mindestlohn, Renteneintrittsalter, Steuererhöhungen und die Reform der Sozialsysteme schüren Zweifel an der Führungsstärke des Kanzlers. Das spiegelt sich auch in den Umfragewerten wider. Die Union liefert sich zum Ende der Sommerpause erneut ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der AfD. Insbesondere im erweiterten Wählerpotenzial verschlechterte sich die Laune. Insgesamt fiel die Anzahl derjenigen, die es sich vorstellen könnten, die Union zu wählen, von 41 Prozentpunkten zwischen Januar und März auf nun 37 Punkte. In Ostdeutschland verlor die Union sogar 9 Prozentpunkte ihres Wählerpotenzials. Die AfD erhöhte ihr Wählerpotenzial im gleichen Zeitraum um zwei Punkte. Beinahe 30 Prozent der Bevölkerung könnten es sich vorstellen, die AfD bei einer Bundestagswahl zu wählen. Das ist ein neuer Rekord! Auch links der Union gab es Bewegung. Die Grünen (jetzt 26 Prozent) und die Linke (25 Prozent) verbesserten ihr Wählerpotenzial in den letzten Monaten deutlich. Zwar übersetzt sich das Potenzial bei den Grünen noch nicht in Wählerstimmen, jedoch verlässt die Partei damit langsam das Tal der Tränen. Die Union muss nun aufpassen, nicht zwischen Rechts und Links aufgerieben zu werden.

Quelle: Politische Meinungslage in Deutschland – Mai bis August 2025 | Ipsos

Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.

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