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Verschärfte Krise am Wohnungsmarkt

Der deutsche Wohnungsmarkt steht weiterhin unter erheblichem Druck, und die Aussichten auf eine Entspannung sind derzeit nicht in Sicht. Die Herausforderungen sind vielfältig und komplex. Zum einen gibt es einen Konflikt zwischen dem teuren ökologischen Bauen und der zunehmenden Nachfrage nach erschwinglichem Wohnraum für Menschen mit niedrigen Einkommen. Zudem haben hohe Bauzinsen die Finanzierungslücke vergrößert, während Inflation und steigende Preise für Bauland die Situation weiter verschärfen. Ein weiteres Hindernis sind die bürokratischen Hürden und langwierigen Genehmigungsverfahren, die den Wohnungsbau erheblich verzögern.

In der Folge gehört Deutschland im internationalen Vergleich zu den Ländern, in denen das Bauen am teuersten ist. Laut den Daten des Ipsos Housing Monitor, einer Umfrage, die die Wohnsituation in 29 Ländern untersucht, schneidet Deutschland schlecht ab. Obwohl 63 Prozent der Deutschen mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden sind, glauben nur 15 Prozent, dass die deutsche Wohnungspolitik auf dem richtigen Weg ist. Dies positioniert Deutschland auf dem viertletzten Platz der untersuchten Länder. Besonders betroffen sind junge Menschen unter 35 Jahren, von denen 75 Prozent der Meinung sind, dass es für sie schwieriger ist, eine Immobilie zu kaufen oder zu mieten als für ihre Eltern.

Diese Zahlen sind ein dringender Appell an die kommende Bundesregierung, die Krise am Wohnungsmarkt als soziale Frage ernst zu nehmen und konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation zu ergreifen. Es bleibt zu hoffen, dass die kommende Regierungskoalition (nehmen wir einmal an, es wird eine geben) nicht nur ambitionierte Wohnungsbauziele in die Verträge schreibt, sondern diese auch effektiv umsetzt, um die Versäumnisse der letzten Regierungen zu korrigieren.

Quelle: Ipsos Housing Monitor 2025

Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.

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