Während die Amerikaner weiterhin unentschieden sind, wäre die Präsidentschaftswahl in Deutschland längst entschieden
Knapp zwei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen in den USA hat die demokratische US-Vizepräsidentin Kamala Harris laut einer Ipsos/Reuters-Umfrage einen leichten Vorsprung von 46 zu 43 Prozent gegenüber dem republikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump. Die Ipsos-Umfrage zeigt auch, dass die US-Amerikanischen Wähler weiterhin negativ über den Zustand der Wirtschaft und die Einwanderung in den USA denken. Rund 70 Prozent der registrierten Wähler machen sich Sorgen über steigende Lebenshaltungskosten; 60 Prozent sind der Meinung, dass sich die Wirtschaft in die falsche Richtung entwickelt, und 65 Prozent sind besorgt über die Einwanderungspolitik des Landes. In wirtschaftlichen und migrationspolitischen Sachen wird Trump als der kompetentere Kandidat wahrgenommen. Kamala Harris hingegen überzeugt bei der Frage, wer besser geeignet wäre, politischen Extremismus und Bedrohungen der Demokratie zu bekämpfen. Sie hat auch in der Abtreibungs- und Gesundheitspolitik die Nase vorn.
Die Ipsos/Reuters-Umfrage war landesweit angelegt. Jedoch bestimmt nicht die nationale Verteilung der Stimmen, sondern die Ergebnisse des Wahlmännerkollegiums in den einzelnen Bundesstaaten den Ausgang der Präsidentschaftswahl. Wahrscheinlich werden die Stimmen aus nur sieben hart umkämpften Staaten (Swing States) die Wahl am 4. November entscheiden. Demnach könnte Donald Trump, trotz eines nationalen Vorsprungs von Kamala Harris, die Wahl für sich gewinnen. So war es auch 2016 während Trumps Kandidatur gegen Hillary Clinton: Hillary Clinton lag beim Anteil der nationalen Stimmen um zwei Prozentpunkte vor Donald Trump, verlor jedoch nach Anzahl der Wahlleute.
Wenn die Entscheidung in Deutschland getroffen würde, wäre das Ergebnis klar: Gut zwei Drittel der Deutschen (67 %) wünschen sich Harris als zukünftige US-Präsidentin, während nur 12 Prozent Trump bevorzugen. Besonders stark ist die Unterstützung für Kamala Harris bei den Anhängern der Grünen (86 %), der Union (84 %) und der SPD (83 %). Die einzige Ausnahme bilden, wenig überraschend, die AfD-Anhänger, die mehrheitlich eine zweite Amtszeit Trumps (42 %) bevorzugen.
Quellen: Harris holds 46%-43% lead over Trump amid voter gloom, Reuters/Ipsos poll finds | Reuters,
US-Wahl 2024: Zwei von drei Deutschen für Kamala Harris als US-Präsidentin – nur AfD-Wählerschaft hofft auf Trump | Ipsos