Wahrnehmung der Kanzlerkandidaten in der Bevölkerung ist deprimierend
Nur 18 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sehen Friedrich Merz als für das Amt des Bundeskanzlers geeignet an. Gefolgt wird er von der Kandidatin der AfD, Alice Weidel, mit 16 Prozent und Robert Habeck von den Grünen mit 13 Prozent. Der amtierende Bundeskanzler Olaf Scholz ist das Schlusslicht. Nur 10 % der Bürger sehen Olaf Scholz als für sein Amt geeignet an. Das Gros der Bevölkerung (33 %) ist der Meinung, dass keiner der Kandidaten für das Amt infrage käme. Man hätte sich, in der brisanten Lage unseres Landes, dringend einen Kapitän gewünscht, der das Steuer an sich nimmt, stets den Überblick behält und nie den Kopf verliert. Doch werden die Bewerber mit wenigen vertrauenswürdigen Attributen in Verbindung gebracht:
- Friedrich Merz gilt als abgehoben, unglaubwürdig, egozentrisch (aber auch etwas kompetent).
- Olaf Scholz wird als inkompetent, unglaubwürdig, realitätsfern, unehrlich (aber auch etwas geduldig) wahrgenommen.
- Robert Habeck wird mit den gleichen Adjektiven wie Olaf Scholz beschrieben – ist aber dann doch für einen kleinen Teil der Bevölkerung glaubwürdig.
- Alice Weidel sehen die Bürgerinnen und Bürger als populistisch, realitätsfern und unehrlich – aber auch als durchsetzungsstark.
Einen klaren Favoriten gibt es wenige Wochen vor dem Wahltag nicht, außer er / sie heißt Herr und Frau von Keinerdenen. (RG)
Daten: Ipsos
Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.