Wenig Zufriedene, viele Unbekannte
Zwar werden die Rufe nach positiven Impulsen in Deutschland immer lauter, doch die öffentliche Meinung gegenüber der neuen Regierung verharrt in einer anhaltenden Schlechtwetterlage. Daran konnten auch die vielen sonnigen Maitage nichts ändern.
Ipsos erhob kürzlich die Zufriedenheit der Deutschen mit dem neuen Kabinett. Nur ein Minister kann eine positive Bewertung vorweisen: Verteidigungsminister Boris Pistorius, der bereits in der Scholz-Regierung eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung genoss. 41 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden. Mit dem nach einer holprigen Wahl zum Bundeskanzler ernannten Friedrich Merz zeigen sich hingegen nur 14 Prozent sehr zufrieden. Dies erscheint ungerecht, da der Neukanzler in seinen ersten Amtswochen durchaus aktiv war und Deutschland zumindest international durch Besuche in Paris, Warschau, Brüssel und Kiew wieder Präsenz verschafft hat.
Für eine umfassende Bewertung der neuen Kabinettsmitglieder ist es jedoch noch zu früh. Ein Großteil der Bevölkerung kennt die meisten schlichtweg nicht. Dies betrifft vor allem die Ministerinnen und Minister auf den weniger prominenten (aber dennoch wichtigen) Posten, wie beispielsweise Nina Warken (Bundesministerium für Gesundheit) oder Verena Hubertz (Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen). Wir werden die Entwicklung weiter beobachten.
Daten hier: Politische Meinungslage in Deutschland – Januar bis April 2025 | Ipsos
Robert Grimm ist promovierter Soziologe und leitet die Politik- und Sozialforschung beim Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsinstitut Ipsos in Deutschland.