Werden wir klimazynisch?
Für mehr als die Hälfte der Deutschen (53%) hat der Klimawandel keine gravierenden Konsequenzen in der Region, in der sie leben. Knapp ein Drittel ist der Meinung, dass die Medien mit der Berichterstattung über den Klimawandel übertreiben. Auch die Einstellung von Unternehmen gegenüber ESG hat sich laut Financial Times in den letzten Monaten gewandelt. Viele Unternehmen empfinden ESG-Themen als zu polarisierend und Anleger und Investoren sorgen sich vor “Greenwashing”, bei dem Unternehmen oder Vermögensverwalter den positiven Einfluss ihrer Investitionen übertreiben. Der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock hat sich aufgrund von politischem Druck und Kritik durch Anleger zunehmend von nachhaltigen Investitionen abgewandt, obwohl Nachhaltigkeit noch im Jahr 2020 für CEO Larry Fink eine zentrale Säule seiner Investmentstrategie war. In der Bevölkerung hingegen bestehen große Zweifel an der Haltung der Unternehmen. 64 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind der Meinung, dass Unternehmen nicht ausreichend tun, um die Erwärmung des Klimas zu stoppen. 61 Prozent der Deutschen bemängeln, dass Unternehmen den Verbrauchern nur unzureichende Informationen für bewusste Kaufentscheidungen zur Verfügung stellen. Des Weiteren sind 73 Prozent der Ansicht, dass Unternehmen sich manchmal, wenn nicht häufig als verantwortlich darstellen, ohne sich klimaneutral zu verhalten. Passend dazu wurde laut BBC kürzlich eine Werbekampagne der Lufthansa von der Advertising Standards Authority in Großbritannien verboten, da sie bezüglich der Auswirkungen der Fluggesellschaft auf den Klimawandel irreführend sei. In der Werbung forderte die Lufthansa ihre Fluggäste dazu auf, “nachhaltiger zu fliegen”. (RG) Die Daten finden Sie hier: Global views on climate change – November 2023 (ipsos.com)