Wirtschaft und Politik belasten subjektive Zufriedenheit der Deutschen
In der Ipsos-Glückstudie von 2024 schneiden wir Deutschen einmal mehr schlecht ab. Lediglich 65 Prozent der Bürgerinnen und Bürger bezeichnen sich momentan als glücklich. In Westeuropa sind nur in Italien mit 58 Prozent weniger Menschen glücklich als in Deutschland. Auf den ersten Platz haben es auch in diesem Jahr wieder die Niederländer geschafft. 85 Prozent unserer Nachbarn fühlen sich glücklich, gefolgt von Menschen in Mexiko mit 83 Prozent. Leider zeigt die Tendenz bei uns nach unten. 2024 sind die Deutschen um zwei Prozentpunkte weniger glücklich als im Januar 2023 und sogar 13 Prozent weniger als während des Glückszenits im Jahr 2019 kurz vor der Pandemie. Damals bezeichneten sich 78 Prozent der Bürger als glücklich. Vor allem “Wertschätzung” und “mentales Wohlbefinden” schlagen bei uns unterdurchschnittlich ein. Negative Entwicklungen gab es seit 2023 in den Bereichen persönliche Sicherheit (von 78% in 2023 fiel das Niveau auf nun 75% in 2024) und die soziale und politische Situation im Land (von 42% in 2023 rutschte die Zufriedenheit auf lediglich 34% in 2024 ab). Auch in anderen Demokratien überwiegt die Unzufriedenheit mit der politischen Situation: So sind in den USA lediglich 29 Prozent der Amerikaner damit zufrieden und 64 Prozent unzufrieden. Dabei steht das Land vor wichtigen Präsidentschaftswahlen im Herbst 2024, die weltweit mit großen Erwartungen beobachtet werden. In Deutschland ist insbesondere das fallende Vertrauen in die wirtschaftliche Lage frappierend. Waren 2023 noch 50 Prozent mit dem Zustand der deutschen Wirtschaft zufrieden, so sind es 2024 nur noch 37 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Dass es auch anders geht, zeigen positive Entwicklungen in Großbritannien, Italien und Polen. In diesen Ländern schöpften die Bürger wieder mehr Vertrauen in die Wirtschaftsleistung als im Vorjahr – trotz der weiterhin herausfordernden geopolitischen Lage. (RG) Die Daten finden Sie hier: Global Happiness 2024 (ipsos.com)