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Europas Wehrhaftigkeit neu denken: Jana Puglierin zeigt, wie verletzlich Europa in einer Welt geworden ist, in der „der Stärkere sich gegen den Schwächeren durchsetzt“ und die scheinbar „dreieinhalb goldenen Jahrzehnte“ nach dem Ende der Sowjetunion als Ausnahme erscheinen. Ihr nüchternes, quellentransparentes Buch „Wer verteidigt Europa? Die neuen Kriegsgefahren und was wir tun müssen, um uns zu schützen“ bei Rowohlt seziert die Überabhängigkeit von den USA, die wachsende Bedrohung durch Russland und China und die Lücken bei militärischer Stärke, industriellen Fähigkeiten und politischem Zusammenhalt in Europa. Am überzeugendsten fand ich den Teil, in dem sie beschreibt, wie sehr Europa einen langen strategischen Marathon im Sprinttempo bräuchte – von gemeinsamen Rüstungsprojekten bis zu Investitionen in Infrastruktur und Cybersicherheit –, um wirklich verteidigungsfähig zu werden. So ähnlich schreibt es auch Florian Kreisinger in der Süddeutschen. Man merkt, wie man den Überblick über Kriegsgefahren, Nato, Rüstung und Abschreckung schnell verliert – und genau deshalb ist so ein klar strukturiertes Buch eine willkommene Orientierungshilfe.

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