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Berlin-Wahl-Check vom Stimmenfang Podcast: Marius Mestermann und Ann-Kathrin Hipp plaudern im Stimmenfang Podcast vom Spiegel über Mobilität, Wohnungsmangel und Innere Sicherheit. Das sind vermutlich die aufmerksamkeitsstärksten Themen bei der Berlin Wahl; vielleicht gehören Klimaschutz und Bildung noch dazu? Sie bilden beim Wohnungsmangel und der Sicherheit sehr gut den Stand der öffentlichen Debatte ab. Mir fehlt aber eine klare politische Einordnung. Da wäre vermutlich Gunnar Schupelius von der BZ der bessere Gast gewesen? Und zwar um herauszuarbeiten, wie sich die Lösungsvorschläge des amtierenden Senats von denen der Opposition unterscheiden. (MB)

Nachgefragt-Podcast der Bundeswehr: Ein Podcast der Bundeswehr / des Bundesverteidigungsministeriums mit Stimmen aus der Praxis, indem die Arbeit der Bundeswehr konkret erklärt und aktuelle verteidigungspolitische Fragen beantwortet werden; auf jeden Fall eine gute Sache. Moderiert wird von Hauptmann Richard Manner. Der Sound ist euch vielleicht ein bisschen zu steif, die Fragen klingen anfangs abgelesen; aber es kommen immer neue Soldaten zu Wort. Der Podcast ist lupenreine Imagewerbung für die Bundeswehr, die ist dringend notwendig und vollkommen legitim. Diese Folge zeigt mir sehr gut, wie neu diese Welt für alle ist, die keinen Bundeswehrhintergrund haben und sich auch sonst nicht großartig mit dem Thema beschäftigen. Es geht um den Einsatz von Bundeswehrsoldaten im Winter und die aktuellen Herausforderungen für die ukrainische Armee auf Grund des schwierigen Wetters. Hier könnt Ihr den Podcast anhören und abonnieren. Wer möchte, kann sich die Gespräche auch als Video anschauen. (MB)

Politik im Vatikan: Der Vatikan ist eine eigene Welt. Die allermeisten von uns werden nie in diesem Umfeld unterwegs sein. Umso interessanter ist das Interview mit dem Vatikan-Kenner und Journalisten Andreas Englisch im „heute wichtig Podcast“ vom Stern; Ausgabe 436 / Langform. Er konnte zum Beispiel den Rücktritt von Papst Benedikt auf Grund einer unstimmigen Personal-Entscheidung voraussagen. Sehr sympathisch finde ich seine Hinweise auf die positiven Einflüsse der katholischen Kirche für die Entwicklung Europas. Der These, dass von der Kirche / vom Papst Reformen auf den Weg gebracht werden, aber Zeit brauchen, weil es darum geht, Mitglieder auf der ganzen Welt mitzunehmen, ist für mich schlüssig. Aber hört hier selbst. Hier noch ein Bonus-Track. Der ehemalige Ratzinger-Sekretär Georg Gänswein veröffentlicht ein Buch über seine Zeit im Vatikan. Diese Auszüge aus dem Vorabdruck versprechen beste Unterhaltung. (MB)

„Dialekte in der Politik“: Im Rahmen einer Reportage-Reihe vom Deutschlandfunk bearbeitet Michael Kuhlmann die Bedeutung von Sprache in der Politik. In dieser Folge geht es um Dialekte in der deutschen Politik. Entscheidende Erkenntnis ist, dass man mit Dialekt den Wählern im Wahlkreis immer ein Stück näher ist als die Konkurrenz. Sehr charmant bringt das der FDP-MdB Muhanad Al-Halak auf den Punkt: „Für mich als Mitbürger mit Migrations-Vordergrund – Sie wissen ja. Ich komme aus Niederbayern.“ Beim Einsatz von Dialekten gibt es anscheinend ein Süd-Nord-Gefälle. Um dem entgegenzuwirken, hat sich im Bundestag ein Parlamentskreis Plattdeutsch gegründet. Hier könnt Ihr die Reportage anhören. (MB)

„Steuern, Märkte, Sondertöpfe / Wie sich die Bundesländer finanzieren“: Caspar Dohmen wirft in dieser DLF-Reportage einen Blick auf die Finanzierungspolitik der Länder. Mit der These, dass der Länderfinanzausgleich keine Anreize für die Länder setzt, ihr Steuereinnahmepotenzial auszuschöpfen, können vermutlich viele leben, auch wenn von Steuerprüfungen drangsalierte Mittelständler anderer Meinung sind. Interessant ist, dass die Länder dem Bund in einer Politik der Sondervermögen folgen und damit auch Vorsorge für ihre zukünftigen Haushalte treffen; unter anderem zur Bewältigung der Pensionslasten der Beamten. Das zeigt, wie dringend das ganze System eigentlich reformiert werden müsste; aber dafür fehlt leider der politische Wumms. (MB)

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im DLF-Interview: In diesem Interview mit Dirk Oliver-Heckmann wird sehr gut deutlich, wie geschickt Dobrindt in Live-Interviews ist. Er lässt sich nicht zu einer leichtfertigen Positionierung zu der Reichsbürger-Razzia locken, obwohl diese auch einige skurrile Bestandteile aufweist. Bei dem Themenkomplex Zuwanderung gerät er nicht in Bedrängnis, indem er auch seine zugespitzten Äußerungen zum Thema mit Hinweisen auf Details schlüssig erklären kann. Dobrindt kommt viel nüchterner als Söder rüber und er trägt für das Maut-Desaster womöglich mehr Verantwortung als sein Nachfolger im Amt des Bundesverkehrsministers; aber „a Hund is er scho“. (MB)

„Wie der Bundestag effektiver und attraktiver werden kann“: Ich bin ein großer Fan der Wahlrechtskommission des Bundestages. Hier könnt Ihr die letzte Sitzung nachhören. Die diskutierten Punkte sind nicht neu. In den Debatten des Bundestages wird unsere lebendige Demokratie deutlich. Darum wäre die Einführung von Zeit-Slots für Abstimmungen – analog zum Europäischen Parlament – womöglich von Nachteil. Gegenüber dem Instrument der Bürgerräte bin ich sehr skeptisch. Ihnen fehlt die Legitimation und sie spiegeln auch nicht die Bevölkerung wieder. Reformeifer wünsche ich mir bei den parlamentarischen Anhörungen. Vielleicht ist die Idee gar nicht so schlecht, immer nur drei Sachverständige einzuladen? (MB)

Der VFF-Podcast – Fußballschauen während der Arbeitszeit: Der Verband Fach- und Führungskräfte (VFF) macht eine Podcast-Reihe zu Servicethemen. Die Idee finde ich super, weil aktuelle und nutzwertige Fragen und Themen kurz und knapp behandelt werden. In dieser Folge gibt der Rechtsanwalt Gerhard Kronisch Auskunft über das Fußballgucken während der Arbeitszeit. Auch im Home-Office ist dafür eine Einverständniserklärung des Arbeitgebers erforderlich. Sonst droht eine Abmahnung. Verzichten könnte ich auf die Fahrstuhlmusik, mit der der Podcast unterlegt ist. (MB)

„Eat or heat: Armut in Großbritannien“: Christine Heuer zeigt in dieser eindrücklichen, kurzen Reportage die Folgen der Inflation für arme Menschen in Großbritannien. Es gibt zum Beispiel einen O-Ton von einem Paar mit einem Säugling das es sich nicht leisten kann, die Wohnung zu heizen. Nun mag der Sozialstaat dort ein anderer sein. Die Reportage ist ein starkes Plädoyer dafür, dass ein Sozialstaat die Grundbedürfnisse ausreichend finanzieren sollte. (MB)

Der DLF-Politik-Podcast zum Bürgergeld: In diesem Podcast zeigen Volker Finthammer, Dirk-Oliver Heckmann und MV-Landeskorrespondentin Silke Hasselmann, wie ein aktuelles Thema von Journalisten pro und contra durchdiskutiert werden kann. Das gelingt mit einem kleinen Kunstgriff. Hasselmann beruft sich auf Positionen, die sie in Meck-Pomm wahrgenommen hat. Das funktioniert erstaunlich gut und hebelt das sonst oft ziemlich einseitige Meinungsbild im DLF-Politik-Podcast aus. Gerne mehr davon. Konkret bleibt die Diskussion ziemlich eng bei den Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Das sollte auch das Ziel der Gesetzesinitiative sein. (MB)