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„Und morgen die ganze Welt“ – ein Spielfilm von Julia von Heinz: Wie ticken linksextreme Organisationen und wie werden Menschen radikalisiert? Das wird in diesem vier-Jahre-alten Film unterhaltsam erzählt. Wenn man den Rezensionen Glauben schenken darf, ist die Darstellung ziemlich wirklichkeitsnah. Ihr könnt den Film in der ARD-Mediathek anschauen. (MB)

Digitale Kommunikation der AfD: Insbesondere bei den Kurz-Videos auf TikTok können die demokratischen Parteien der AfD nicht das Wasser reichen. Diese Erfolge erzielt sie auch mit klaren – für meinen Geschmack rechtsextremen – politischen Inhalten. Das ist auch der Grund, warum ich ein Schulungsvideo von Erik Ahrens auf YouTube nicht verlinke, Ihr findet es aber oben in den Suchergebnissen. Eine gute Einordnung des Themas „Rechtsextremismus und Social Media : Tanzt für uns“ haben Philipp Bovermann und Tim Frehler in der SZ (kostenpflichtig) geschrieben. Sie haben mich zu diesem Hinweis inspiriert. (MB)

„Bauer sucht Zukunft“ – Doku auf Arte Die Woche von Jean-Luc Maetz: In dieser kurzen Reportage bekommt ihr einen unaufgeregten Überblick zu den europaweiten Bauernprotesten. Die meisten O-Töne kommen aus Frankreich. Regulierung, Subventionen und Zukunftsaussichten; der Preis, um die Konflikte zu befrieden, scheint ein Abrücken von den ambitionierten Klima- und Naturschutzzielen auf europäischer Ebene und in den Mitgliedsstaaten zu sein. Ob es aber wirklich klug ist, längst überfällige Handelsabkommen – wie zum Beispiel Mercosur – zur Disposition zu stellen, würde ich mit einem Fragezeichen versehen. Um die Landwirtschaft weiterhin mit Subventionen zu unterstützen, sind hohe Steuereinnahmen notwendig. Das geht nur mit wirtschaftlichem Erfolg und dafür braucht es Freihandel. (MB)

„Wir waren in der AfD – Aussteiger berichten“: Wer die AfD etwas besser verstehen möchte, sollte sich diese Doku von Jan n. Lorenzen in der ARD-Mediathek anschauen. Ihr bekommt einen guten Blick in die Partei seit ihrem Entstehen im Jahr 2013. In Interviews erzählen die Protagonisten, warum sie sich in der AfD engagiert haben und wie der Abnabelungsprozess von der Partei vonstattengegangen ist. Besonders interessant finde ich die Frage, welche Auswirkungen der Druck von außen auf die Entwicklungen in der AfD hatte und immer noch hat. Ist die These von einem der Protagonisten, dass ein von vornherein in die rechte Ecke stellen oder die regelmäßigen Drohungen mit Gewalt dazu beigetragen haben, dass aus der AfD das geworden ist, was sie heute ist, total abwegig? (MB)

“Special address by Javier Milei, President of Argentina | Davos 2024 | World Economic Forum”: Bei dem Präsidenten von Argentinien finden sich nicht nur diverse krude Ideen. Er hat anscheinend auch ein Problem mit demokratischen Gepflogenheiten und Institutionen. Trotzdem lohnt es sich, seine Davos-Rede auf der YouTube-Seite vom WEF anzuschauen. Der Gedanke, dass Kapitalismus und freier Handel uneingeschränkt gut sind und dass man Regulierung und Besteuerung immer mit Skepsis begegnen muss, ist sehr erfrischend, wenn man es an unsere politischen Debatten anlegt. Wenn wir etwas libertärer denken und handeln würden, wäre das vermutlich gut für Europa. Seine Positionen zum Klimaschutz und zum Feminismus sollten wir abe rnicht übernehmen. (MB)

„Rechtsextreme auf dem Vormarsch / Einblicke in Deutschlands Neonaziszene“: In dieser Reportage aus dem Jahr 2021 von Evan Williams wird deutlich, wie kritisch man aus dem Ausland auf das Phänomen Rechtsextremismus in Deutschland blickt. Im Mittelpunkt stehen der Anschlagsversuch in Halle, der Amoklauf in Hanau und die Ermittlungen zu dem Fall Nordkreuz. Interviewt werden zwei Politikerinnen der Partei Die Linke, die anderen Parteien kommen nicht zu Wort. Es lohnt sich die Doku anzuschauen. Nicht weil Ihr so furchtbar viel Neues erfahrt. Aber mit der Correktiv-Recherche und den zu erwartenden Wahlerfolgen der AfD in diesem Jahr, wird es viel Erklärungsbedarf zum Rechtsextremismus in Deutschland geben. Dafür ist diese Arte-Doku eine gute Einstimmung. (MB)

Auftaktrede von Marie-Agnes Strack-Zimmermann zum Europa-Wahlkampf beim Dreikönigstreffen der FDP: Strack-Zimmermann ist bereits auf Betriebstemperatur, wie Ihr in diesem Video auf YouTube sehen könnt. Sie bringt jede Menge außen- und verteidigungspolitisches Kapital auf die Waage. Aber ist das genug für einen erfolgreichen FDP-Wahlkampf? Wenn es auch weiterhin über dieses Themenspektrum hinaus, nur bei einem kurzen Soundbite zu von der Leyen und Bürokratie bleibt, nein. Sie wird zweifelsohne über das enge FDP-Klientel hinaus Stimmen einsammeln. Aber nur indem sie überzeugend und aufmerksamkeitsstark zur wirtschaftlichen Zukunft Europas punktet, erreicht sie auch die eigenen Anhänger und auch die die mit der Ampel unzufrieden sind. (MB)

„Amthors Jahresrückblick 2023 (Schabernack-Alarm!)“: Sollte sich eine Bundestagsfraktion an eigene Satire-Formate rantrauen? Ich bin nach dem Genuss dieses Videos der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unschlüssig. Philipp Amthor hat zweifelsohne Entertainerqualitäten. Er bringt alles mit, um beim nerdigen Netzpublikum gut anzukommen. Das Problem ist nicht er. Das Problem ist das Skript. Um mit dem Video erfolgreich zu sein, hätte sich die Fraktion nicht ausschließlich den politischen Gegner vorknüpfen dürfen. In den eigenen Reihen hätte sich auch genug Material gefunden. Ohne einen Spritzer Selbstironie funktioniert dieses Internet eben nicht. (MB)

“Kaltserviert” – Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) zu Hasskommentaren: Wer sich politisch äußert, ist rauem Gegenwind ausgesetzt. Das gilt auch für Wirtschaftsverbände. Nun können Organisationen besser mit Hasskommentaren umgehen als Einzelpersonen. Ein Beispiel, wie das humor- und damit wirkungsvoll geht, zeigt Christoph Minhoff in diesem LinkedIn-Video. Das führt zu einer grundsätzlichen Frage. Wirkmächtige Kommunikation erfordert eine gute Präsenz vor der Kamera. Darauf werden politische Organisationen in Zukunft stärker bei der Personalauswahl achten. Minhoff profitiert von seiner Erfahrung bei einem Fernsehsender.  (MB)

„Das passiert, wenn die Regierung sich auflöst“: In diesem YouTube-Video von MrWissen2go / Mirko Drotschmann werden die aktuellen Herausforderungen der Ampel-Koalition verständlich und auf den Punkt herausgearbeitet. Nicht gut gelöst ist die Erklärung der Sondervermögen. Bei denen geht es nicht um zusätzliches Geld. Es geht um Verschuldungsermächtigungen. Das sollte bei einem Kanal, der eine junge Zielgruppe hat, besser erklärt werden. (MB)